Bürger bemängeln ÖPNV-Anbindung

Verlängerung der Linie 12 gewünscht

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Gunhild Graf und Armin Burger-Adler an der Haltestelle: Sie finden, dass Fechenheim in Sachen ÖPNV abgehängt ist.

Fechenheim (sh) – Gunhild Graf sitzt in der Straßenbahnlinie 11. Sie will von ihrem Heimatort Fechenheim in die Innenstadt fahren, doch ständig gerät die Fahrt ins Stocken.

Keine eigene Trasse für die Tram und neu hinzugekommene Haltestellen auf der Strecke erhöhen die Fahrtzeit erheblich. Auch die ampelgesteuerte Vorrangschaltung für die Straßenbahn scheint nach Ansicht der 64-Jährigen nicht mehr gegeben zu sein. „Fechenheim ist abgehängt“, ist das Gefühl, das Gunhild Graf beschleicht, sobald sie mit Bahn oder Bus unterwegs ist.

„Alle anderen Stadtteile, vor allem die neu entstandenen, sind wesentlich schneller erreichbar“, findet Graf. Sie und ihr Mann Heinz sind aktive Menschen und lassen für Fahrten in die Innenstadt, nach Bockenheim und Sachsenhausen sowie zum Hauptbahnhof das Auto stehen – einerseits um die Umwelt zu schonen, andererseits um die mühsame Suche nach einem Parkplatz zu umgehen. Doch Fahrten mit den „Öffentlichen“ von und nach Fechenheim gestalten sich als zeitintensiv. „Für eine Fahrt zum Hauptbahnhof plane ich inzwischen eine Dreiviertelstunde ein. Früher war man in 30 Minuten dort“, fasst Gunhild Graf zusammen, die seit 38 Jahren in Fechenheim lebt.

Eine gute Möglichkeit, den Südbahnhof zu erreichen, sei die Hessische Landesbahn (HLB) ab Mainkur Bahnhof zu nehmen. „Allerdings fährt der Zug nur halbstündlich. Und spät abends mit Koffern am Mainkur Bahnhof anzukommen, ist unangenehm: Es gibt dort keinen Aufzug, es ist dunkel, die Treppenstufen sind ausgetreten und es stinkt“, sagt Graf.

Eine schnelle Verbindung zum Hauptbahnhof bietet die Fahrt über den Offenbacher Marktplatz, wo es dann mit der S-Bahn weitergeht. Doch aufgrund des Fahrens über die Tarifgrenze ist der Fahrpreis sehr hoch. Da hilft auch die seit dem Fahrplanwechsel eingeführte Zwischenpreisstufe zwischen Fechenheim und Offenbach nicht, da für die Fahrt von Offenbach zum Frankfurter Hauptbahnhof der volle Preis für Frankfurt gezahlt werden muss.

Die halbstündige Taktung der Buslinien 44 und 551 könnte ebenfalls verbessert und optimaler auf den Fahrplan der Bahnen abgestimmt werden. „In Fechenheim-Nord ist die Anbindung noch schlechter. Wer an der Gwinnerstraße aus der U-Bahn aussteigt, wartet unter Umständen 25 Minuten auf den 44er Bus“, sagt Gunhild Graf.

Für sie wäre es eine große Bereicherung, wenn die Straßenbahnlinie 12 bis zur Schießhüttenstraße fahren würde. „Die hat einen eigenen Gleiskörper. Man könnte mit ihr die Eissporthalle erreichen und dort in die U7 umsteigen. Und von Bornheim wäre man mit der U4 schnell am Hauptbahnhof“, sagt Graf und erinnert sich, dass früher jede zweite 12 zur Endstation Schießhüttenstraße fuhr.

Zu diesem Thema hatte der Ortsbeirat 11 in seiner vergangenen Sitzung einem Antrag der Grünen zugestimmt, der nun dem Magistrat vorliegt. Darin fordert das Gremium, dass die Linie 12 ganztägig bis zur Schießhüttenstraße fahren soll.

Der Verein Zukunft Fechenheim möchte sich der Thematik „Besserer ÖPNV für Fechenheim“ ebenfalls annehmen und lädt zur Veranstaltung des Arbeitskreises „Wohnen und arbeiten in Fechenheim“ ein, die am Mittwoch, 15. Mai, um 19.30 Uhr im Nachbarschaftszentrum, Leo-Gans-Straße 48, stattfindet. „Wir wollen mit allen Interessierten beraten, ob eine Unterschriftenkampagne ,Mehr Busse und Bahnen für Fechenheim’ unserem Anliegen weiterhelfen würde“, sagt der Vereinsvorsitzende Armin Burger-Adler.

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