Ruderinnen ziehen Mann aus Main

Trainingseinheit wird zum Rettungseinsatz

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Katrin Thoma ist eine erfolgreiche Ruderin. Dank ihrer Erfahrung konnten sie und Ruderpartnerin Leonie Pieper einen Mann retten.

Fechenheim (sh) – Als die aus Fechenheim stammende Ruderin Katrin Thoma am vergangenen Dienstag gegen acht Uhr mit ihrer Ruderpartnerin Leonie Pieper auf ihrer täglichen Trainingsstrecke zwischen Kaiserlei und Fähre Rumpenheim unterwegs ist, bemerkt sie auf Höhe der Carl-Ulrich-Brücke zuerst das hohe Aufgebot an Polizei und Feuerwehr.

Dann traut sie ihren Augen kaum: Auf dem Fluss treibt ein Mann. „Zuerst war ich schockiert. Obwohl ich seit rund 15 Jahren rudere, habe ich zum ersten Mal einen Menschen auf dem Wasser treiben sehen. Wir wussten nicht, ob er überhaupt noch lebt“, berichtet Thoma. Die Polizei ruft den beiden Ruderinnen zu, ob sie helfen könnten. Ohne zu zögern, bewegen die Sportlerinnen ihr Boot in Richtung des Mannes. „Er trieb auf dem Rücken auf dem Wasser. Nur der Kopf und die Füße waren zu sehen“, sagt Thoma. Als das Ruderboot nahe genug an dem Mann dran ist, beugt sich die 28 Jahre alte Katrin Thoma über das Boot und fragt ihn, ob er ihre Hand nehmen könne, während die 26 Jahre alte Leonie Pieper das Boot stabil hält. Der Mann sei bei Bewusstsein gewesen und habe ihr langsam die Hand gereicht. „Ich griff dann unter seine Arme und zog seinen Oberkörper an Deck. Leonie hat uns zum Ufer gerudert, wo Polizei und Feuerwehr den Mann entgegennehmen konnten. Ich hatte den Eindruck, dass er stark unterkühlt war“, sagt Thoma. Ihre Frage, wie er denn in den Main geraten sei, beantwortete der Mann nicht.

Thoma und Pieper sind erfahrene Leichgewichtsruderinnen der Frankfurter Rudergesellschaft Germania. 2015 holten sie mit dem Vierer den Weltmeistertitel. Trotz ihrer großen Erfahrung war die Rettungsaktion eine wackelige Angelegenheit. „Wäre ich alleine im Einer unterwegs gewesen, hätte das nicht funktioniert. Da Leonie das Boot unter Kontrolle hielt, war es mir möglich, mich komplett vorzubeugen, um dem Mann zu helfen“, schildert Thoma. Gerne hätten die beiden Ruderinnen gewusst, wie es dem Mann inzwischen geht, doch dazu liegen dem Polizeipräsidium Südosthessen keine Informationen vor.

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