Führung der Volkshochschule im Mainbogen

Wo sich Eisvogel und Zilpzalp unterhalten

Gabriele Gengenbach (links) mit der Teilnehmergruppe am Main. Foto: Eislöffel

Fechenheim (eis) – Dass der Fechenheimer Mainbogen Naturschutzgebiet ist, dürften viele Fechenheimer wissen. Welche „Schätze“ aus Flora und Fauna es dort gibt, ahnen vermutlich nur wenige.

Mehr darüber konnte man bei einer Exkursion der Volkshochschule Frankfurt unter dem Titel „Zu Biber und Eisvogel – der Fechenheimer Mainbogen in neuem Gewand“ erfahren. Leider war das Wetter dabei eher nicht für Spaziergänge geeignet: Bei kühlen Temperaturen regnete es fast ununterbrochen. Dennoch hatte sich ein Dutzend Naturfreunde eingefunden, von denen einige den Fechenheimer Mainbogen noch nicht kannten. Gabriele Gengenbach, die die Gruppe führte, war positiv überrascht von der Teilnehmerzahl. Mittels Karten und Bildern erklärte sie, dass der Main vor 10. 000 Jahren anders geflossen sei und sich die Neugestaltung am alten Flusslauf orientiere. Durch im Auengebiet des Mainbogens häufige Überschwemmungen entstünden viele Biotope. Gengenbach wies die Exkursionsteilnehmer auf Pflanzen hin, von denen man einige, wie den Hopfen, nicht im Mainbogen erwartete. Vom früheren Wald im Mainbogen ist heute nur noch ein sogenannter Galeriewald geblieben, in dem sich unter anderem Silberweide und Ahorn finden. Auch Heilpflanzen gibt es, wie Erzengelwurz.

Unterwegs traf die Gruppe auf den ehrenamtlichen Feldschütz Werner Weischedel. Seine weiße Araberstute „Jenny“ sorgte kürzlich mit ihren täglichen ausgedehnten Spaziergängen für weltweite Schlagzeilen. Darauf angesprochen berichtete Weischedel, dass Jenny auf Facebook kürzlich die Marke von einer Milliarde Klicks überschritten habe. Auch kämen Besucher aus der ganzen Welt, um Jenny zu sehen. Weischedel konnte aber noch eine Neuigkeit vermelden: Vor wenigen Wochen habe er im Main einen Otter beobachtet.

Schon seit einigen Jahren im Mainbogen ansässig sind dagegen Biber, die sich auch vermehren und teils deutliche Spuren hinterlassen.

Auch Vögel fühlen sich im Mainbogen wohl. Vogelgesang sei von Forschern inzwischen als richtige Sprache erkannt worden, erklärte die Exkursionsleiterin. Einige Vogelstimmen konnten die Teilnehmer tatsächlich hören, andere spielte ihnen Gengenbach vor. Neben Amseln sind Zilpzalp, Bluthänfling, Gänse, Schwäne, Bachstelzen, Graureiher, aber auch Greifvögel wie der Mäusebussard unterwegs. Am neuen Altarm lässt sich sogar der farbenfrohe Eisvogel beobachten. Wie bestellt zog auch ein Schwarm Kraniche über die Naturfreunde hinweg.

Die Baumaßnahmen im Mainbogen sind seit einigen Wochen abgeschlossen. Der Leinpfad wurde teilweise deutlich vom Main wegverlegt und mit hellem Asphalt versehen, damit bei starker Sonneneinstrahlung die Aufheizung nicht zu stark wird. Für Spaziergänger hat sich das Gesicht des Mainbogens damit ziemlich verändert.

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