Schule am Mainbogen

Schüler befassen sich mit Blindheit: Mit Tastsinn an den Speckstein

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Die Schüler der Klasse 8a versetzten sich in einem Workshop in Blinde und Sehbehinderte.

Fechenheim (red) – Die Klasse 8a der Schule am Mainbogen hat gemeinsam mit ihrer Kunstlehrerin Julia Schlenga und der Referendarin Julia Hagen einen Ausflug zur Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte (SBS) ins Frankfurter Nordend unternommen, wo ein spannender Workshop auf die Teilnehmer wartete.

Im Fach Kunst wurde eine Einheit „Im Umgang mit Blindheit“ behandelt. Dabei besprachen die Schüler ausführlich, was das Blindsein von Geburt an beziehungsweise das Erblinden im Lauf des Lebens sowie eine Sehbehinderung verschiedener Stärken für die Betroffenen bedeutet. „Ziel dieser Einheit war, die Jugendlichen für diese Behinderung zu sensibilisieren und in Erfahrung zu bringen, wie man die Betroffenen unterstützen kann. Im Alltag existieren immer noch Barrieren, deren Überwindung nur durch die Hilfe Fremder möglich ist“, erklärt die Schule am Mainbogen. Neben diesen Aspekten beschäftigten sich die Mädchen und Jungen mit Fragen, die für einen gesunden Menschen keine Probleme darstellen, um besser in die Thematik einzutauchen. Zu diesen Fragen gehörten zum Beispiel: „Können blinde Menschen alleine wohnen?“, „Wie treffen Sie die Auswahl ihrer Kleidung?“, „Wie können sie einkaufen gehen; erkennen die unterschiedlichen Geldscheine und Münzen?“ „Wie kaufen Sie eine Fahrkarte?“ und „Wie unterscheiden sie Lebensmittel?“. Dabei war wichtig, die Schüler durch eine kreative Auseinandersetzung, nämlich „blind“ tätig zu werden.

Vor dem Ausflug zur Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte wurde im Kunstunterricht das Alphabet in Braille (Schriftsystem in Punktmustern, das von Blinden und Sehbehinderten genutzt wird) genauer betrachtet. Die Achtklässler haben erkannt, dass hinter jedem Buchstaben ein System steht und sie haben einige Worte selbst in Braille geschrieben. Daraufhin habe sie sich Fragen überlegt, die sie der Leiterin des Workshops gerne stellen wollten. Diese wurden mit Acrylfarbe auf einem festen Papier in Braille notiert.

Beim Workshop in der Stiftung erhielten die Schüler Brillen, die eine totale Blindheit beziehungsweise Brillen, die gewisse Sehbehinderungen simuliert haben, erhalten. Mit der Ausrüstung ging es in die Werkstatt, wo die Schüler Specksteine mit Hilfe verschiedener Werkzeuge bearbeitet und Anhänger daraus geformt und poliert haben. Auf die tollen Ergebnisse waren die Teilnehmer zu Recht sehr stolz. Die Anhänger wurden noch durch einen Lederriemen gezogen und zu einer Kette gestaltet.

Im Anschluss daran beantwortete Workshopleiterin Heike-Marei Heß die im Kunstunterricht ausgearbeiteten erklärte, welche Möglichkeiten es für blinde und sehbehinderte Menschen gibt, sich den Alltag zu erleichtern beziehungsweise, sich diesen so schön wie möglich zu gestalten. Die Schüler hatten noch zahlreiche Rückfragen. Als Geschenk erhielten die Schüler ihre Vornamen in Braille geschrieben sowie ein Alphabet in Braille, damit in der nächsten Unterrichtsstunde gemeinsam herausgefunden werden kann, welcher Name auf dem jeweiligen Papier geschrieben steht. Mit 25 Specksteinen um den Hals und einem sehr gelungenen Tag ging es dann zufrieden und begeistert wieder zurück zur Schule am Mainbogen.

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