Meldungen bleiben aus

Raserei: Polizei auf Mithilfe der Bevölkerung angewiesen

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Der Schutzmann vor Ort Jürgen Gries (links) und Revierleiter Harald Lerch sind zur Stelle.

Fechenheim (sh) – Raser verwandeln zur Schlafenszeit Straßen in Rennstrecken und lassen die Motoren aufheulen und Jugendliche randalieren nachts auf dem Schulhof, doch niemand scheint die Fechenheimer Polizei zu rufen.

Das ist zumindest der Eindruck von Revierleiter Harald Lerch und dem Schutzmann vor Ort Jürgen Gries. Sie möchten Betroffene ermutigen, sich in solchen Fällen an die Polizei zu wenden. „Wir sind auf die Mithilfe der Anwohner angewiesen“, sagt Lerch. Zum Beispiel wenn es Vandalismus durch Jugendliche auf dem Gelände der Schule am Mainbogen gibt. „Als dort vor einigen Wochen der Zaun beschädigt wurde, müssen sich unserer Einschätzung nach zehn bis 15 Jugendliche daran gehängt haben, um ihn zu zerstören. Davon muss doch jemand etwas mitbekommen haben“, wundert sich Lerch und Gries ergänzt: „Nach dem Vorfall habe ich rund um die Schule am Mainbogen Handzettel verteilt und Zeugen, die etwas gesehen oder gehört haben, gebeten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen, aber es kam nicht eine einzige Meldung.“

Selbst, wenn man sich nicht sicher sei, ob gerade eine kriminelle Handlung stattfindet, sollte man das Revier benachrichtigen. „Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig anrufen. Sicherheitsbehörden sind auch Dienstleister. Wir gehen den Hinweisen nach“, betont Lerch.

Angst davor, die Randalierer und Ruhestörer bei der Polizei zu melden, brauche man nicht haben. „Den Namen des Anrufers bekommen die mutmaßlichen Täter nicht gesagt“, erklärt Lerch. Und wem es zu brenzlig sei, die Polizei anzurufen, während die Kriminellen zu Gange sind, könnten auch anrufen, sobald die Täter weg sind. „Aber auch das findet nicht statt“, sagt Lerch. Der Schutzmann vor Ort berät gerne all jene, die fürchten, bei einer Meldung an die Polizei später als Zeuge vor Gericht aussagen zu müssen. Geplant ist außerdem eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema.

Die Aussage: „Die Polizei kommt sowieso nicht, wenn man sie ruft“, weist Lerch als „nicht zutreffend“ zurück. „Pauschalaussagen helfen nicht. Wer damit Erfahrungen gemacht hat, dass die gerufene Polizei nicht erschienen ist, sollte uns den Tag und die genaue Uhrzeit mitteilen, dann können wir nachforschen, ob wirklich keine Streife verfügbar war oder ob die Kollegen kurze Zeit später vor Ort waren“, empfiehlt der Revierleiter. „Uns ist daran gelegen, dass ein Bürgergefühl entsteht und die Polizei ist ein Bestandteil dessen. Die Interaktion in der Sozialgemeinschaft ist für ein friedliches Zusammenleben wichtig, deshalb gibt es auch den Schutzmann vor Ort, der den Bewohnern des Stadtteils als direkter Ansprechpartner zur Verfügung steht“, sagt Lerch.

Wer den Gang auf die Polizeiwache scheut, der kann sich mit dem Schutzmann vor Ort per E-Mail an Juergen.Gries@polizei.hessen.de oder unter 069/75510762 in Verbindung setzen.

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