Chöre und Solisten begeben sich bei „Swinging Christmas“ auf die Suche nach Engeln

Von Rammstein bis Gloria

Der Projektchor und der Heartchor widmeten das „Swinging Christmas“-Konzert, das von Martin Höllenriegel geleitet wurde, den Engeln. Foto: sh

Fechenheim (sh) – In der völlig dunklen Melanchthonkirche erklingt eine unheimliche Musik. Wer sich in der Dunkelheit fürchtet, hoffe vielleicht auf einen Engel, spricht Chorleiter Martin Höllenriegel in den voll besetzten, finsteren Saal hinein.

Und tatsächlich erscheint ein himmlisches Wesen, verkörpert von der Bürgeler Pfarrerin und Sopranistin Amina Bruch-Cincar. Ihrem beeindruckenden Gesang schließt sich die Frage an: Wer sind denn eigentlich diese Engel?.

Dieser Frage gingen der Heartchor Frankfurt und der Workshop-Projektchor bei „Swinging Christmas – Angels in Concert“ mit mal humorvollen, mal mitreißenden und auch getragenen Musikstücken nach. Begleitet wurden sie dabei von der famosen „Swinging Christmas“-Band, die vor allem an den rockigen Nummern ihren Spaß hatte. Natürlich wurde zum eigentlichen Konzert auch wieder das Licht in der Kirche angeschaltet.

Die Musikauswahl, die Martin Höllenriegel für die Veranstaltung getroffen hatte, lotete sowohl gesanglich als auch thematisch das Thema Engel aus. So kam beispielsweise der humoristische Dichter und Zeichner Wilhelm Busch zu Wort, indem der Projektchor zugab: „Man ist ja von Natur kein Engel“. Die Komposition ging über in Rammsteins „Engel“, in dem es heißt: „Gott weiß ich will kein Engel sein“. Gleich darauf der Kontrast mit Robbie Williams’ Liebeserklärung an die himmlischen Geschöpfe in „Angels“, gefolgt von der hoffnungsvollen Aussage der Eurythmics, dass da doch irgendwo ein Engel sein muss („There must be an Angel“). Dass sie an Engel glaubt, sang Chormitglied Arwen Hoffmann mit ihren zarten zehn Jahren mutig ins Mikrofon – als deutschsprachige Einleitung zu „I Have a Dream“ von Abba.

Mit meditativen Klängen mit Harfe und Gesang von Petra Kleine-Huxel und Uwe Hild ging es weiter, bevor der Heartchor zum wunderschönen „Schläft ein Lied in allen Dingen“ anhob. Die Gruppe sorgte mit Songs wie „Somebody Loves Me“, „Safe and Sound“ „Dream a Little Dream“ und „Happy Together“ für jede Menge Swing in der Kirche. Giuseppe Fornaci begeisterte mit „All of me“ und nachdem Amina Bruch-Cincar einen rumänisch-orthodoxen Psalm mit dem Titel „Iubi te voi, Doamne“ eindrucksvoll präsentiert hatte, gab der Projektchor die Gospel-Version von Leonard Cohens „Hallelujah“ zum Besten, um dann den Hirten die frohe Kunde von der Geburt Jesu mit „Sheperds, Rejoice“ im rockigen Gewand zu überbringen.

Eine besondere Überraschung gab es für Chormitglied Elke Schneider, die am Aufführungstag Geburtstag hatte und prompt ein spontanes Ständchen gesungen bekam – und eine rührende Liebeserklärung von ihrem Mann Roland, ebenfalls Chormitglied.

Im Altarraum wurde es dann voll, denn der Heartchor gesellte sich dazu und alle gemeinsam erteilten dem Publikum mit „May the Longtime Sun“ den guten Segen für den Nachhauseweg. Mit Umberto Tozzis schmissigem „Gloria“ und einer beschwingten Version von „Engel haben Himmelslieder“ endete der musikalische Reigen, für den es lang anhaltenden Applaus gab.

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