Rock’n’Roll und Partystimmung

Praunheimer Werkstätten feiern fetziges Frühlingsfest

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Einmal mit den Old Beer Devilz rocken: Beim Frühlingsfest der Praunheimer Werkstätten war’s möglich.

Fechenheim (zbs) – Als die Old Beer Devilz am vergangenen Samstagnachmittag den Anfang von „La Bamba” anspielten, war die Stimmung im Publikum bereits auf dem Siedepunkt.

Die Mitarbeiter der Praunheimer Werkstätten (PW), einer Einrichtung für geistig behinderte Erwachsene, lachten und tanzten mit der Band zusammen, die dann sogar beschloss, zu ihren Fans von der Bühne herunterzusteigen. Beim Frühlingsfest der PW wurde gegessen, getrunken und zusammengesessen. Bei strahlendem Sonnenschein trat später noch der Fechenheimer Karnevalverein „Die Schwarze Elf” auf.

Die Supergirls des Karnevalvereins „Die Schwarze Elf“ tanzten sich in die Herzen der Zuschauer.

Mehr als 200 Beschäftigte arbeiten in den Praunheimer Werkstätten am Standort Fechenheim. Sie brachten am Wochenende viele Angehörige mit zum jährlichen Frühlingsfest und füllten so das Gelände im Industriegebiet an der Grenze zum Riederwald. In der Institution arbeiten die Erwachsenen teilweise im Produktionsbereich für nahegelegene Industrieunternehmen. Viele befinden sich aber auch in der Ausbildung und werden von Betreuern auf den Arbeitsmarkt vorbereitet und dann vermittelt. „Das ist uns besonders wichtig.”, sagte Werkstattleiterin Iris Lichtenberg, „dass wir hier eben nicht bloß irgendwelche Besen binden, sondern die Menschen hier arbeiten, wie alle anderen auch. Ein großer Teil der Einrichtung ist Berufsbildung.” Die PW setzt sich mit ihren insgesamt 500 Mitarbeitern und Ehernamtlichen seit 1928 für eine inklusive Gesellschaft ein. Auch in Höchst und Praunheim gibt es Niederlassungen, in denen dann das Sommerfest stattfinden wird.

Auch prominenten Besuch verschlug es zum Fest. Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen schaute vorbei und zeigte sich gleich spendabel: Der Tombola stiftete sie spontan eine Reise nach Berlin für zwei Personen als zusätzlichen Gewinn. Die Rock’n’Roll Band Old Beer Devilz aus Bergen-Enkheim forderte nur die Hälfte ihrer üblichen Gage ein – und die wurde durch Spenden von nahegelegenen Unternehmen finanziert. Zwar gebe es „wenig Laufkundschaft im Industriegebiet”, die einfach aus Neugierde mal vorbeischaut, räumt Lichtenberg ein, trotzdem erschienen zahlreiche Gäste.

Der Fechenheimer Karnevalsverein „Die Schwarze Elf“, der seit mehr als 40 Jahren mit der PW verbunden ist und zur Karnevalszeit eine eigene Sitzung für die „Praunis“ abhält, hatte einen heldenhaften Auftritt: Die Garde zeigte eindrucksvolle Choreografien in Superman-Kostümen.

Dank Speisen- und Getränkeverkauf sowie zusätzlichen Angeboten verschiedener Produkte der PW, wie Pflanzen, Taschen und Bücher, finanzierte sich die Veranstaltung und die Gäste dürfen sich auf das in einigen Monaten folgende Sommerfest freuen.

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