Klänge mit zeitloser Botschaft

Popgottesdienst mit Mark Forsters Song „Sowieso“

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Haben Spaß daran, Gottesdienste auch mit Popmusik zu feiern: Pfarrer Arne Zick (links) und Organist Martin Höllenriegel.

Fechenheim (sh) – Manchmal laufen Dinge im Leben schief. Der deutsche Sänger und Songwriter Mark Forster singt in seinem Lied „Sowieso“ davon, dass es gut wird – auch wenn’s gerade nicht so läuft, wie gewohnt.

Der Mut machende Song war Thema eines Popgottesdiensts der evangelischen Kirchengemeinde Fechenheim. Pfarrer Arne Zick nahm mit den Gottesdienstbesuchern das Musikstück unter die Lupe. Neben der Tatsache, dass ein deutscher Popsong zum Dreh- und Angelpunkt eines Gottesdiensts wurde, gab es noch mehr Außergewöhnliches: Organist Martin Höllenriegel nahm nicht wie sonst an der Orgel auf der Empore der Melanchthonkirche Platz, sondern setzte sich im Altarraum ans E-Piano. Er brachte als Vorspiel den Forster-Song in instrumentaler Version zu Gehör, bevor später mittels Beamer das Musikvideo des Künstlers an die Kirchenwand projiziert wurde. Außergewöhnlich war auch das Glaubensbekenntnis, das die Kirchenbesucher im Beiblatt abgedruckt vorfanden: Es stammte aus dem Buch „…mit einem Senfkorn Glauben im Gepäck“ und war verfasst von einem 14-jährigen Mädchen. Auch das Gebet wurde in anderer Form praktiziert: Zick lud die Gemeinde zu einem persönlichen Zwiegespräch mit Gott ein, indem er Fragen wie „Was war gut, wofür möchten Sie danken?“, „Was ist schief gelaufen?“ und „Wofür möchten Sie um Vergebung bitten?“ in den Raum stellte, die jeder im Stillen für sich beantworten konnte.

In seiner Predigt stellte Zick den Bezug von Forsters „Sowieso“ zum Lesungstext vom Sämann aus dem Markus-Evangelium her. Bei der Saat des Sämanns handele es sich um Worte, die von der Liebe Gottes zu den Menschen künden. Die Saat fällt nicht überall auf fruchtbaren Boden. „Forster hat in seinem Lied ein Rezept gefunden, mit dem Scheitern umzugehen: Geduld zahlt sich aus“, erklärte Zick. Und auch der Sämann im Gleichnis konnte sich über die Saat, die auf das „gute Land“ gefallen war, freuen, denn die ging auf, wuchs und brachte Frucht. Während der Predigt sang die Gemeinde, unterstützt von Martin Höllenriegel am Klavier, den Refrain von „Sowieso“.

Für den musikalischen Gottesdienst in Fechenheim, der innerhalb Sommer-Gottesdienstreihe „Hit from Heaven“ der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau stattfand, gab es am Ende Applaus von der Gemeinde. Zick und Höllenriegel hatten ebenfalls viel Spaß am Konzept. „Durch das ,Swinging Christmas‘-Projekt hat sich die Popmusik in dieser Gemeinde sehr etabliert“, sagte der Organist. Die Idee von Pfarrer Zick, Popmusik-Projekte noch weiter auszubauen, begrüßt der Kirchenmusiker: „Ich mache gerne beides.“

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