Philharmonie Fechenheim

Komödie „Die Dosis macht das Gift“ begeistert

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Großer Applaus für die „Philharmonie Fechenheim“: Die Komödie „Die Dosis macht das Gift“ kam beim Publikum gut an.

Fechenheim (sh) – Fechenheim wird kurzerhand zur „Weltstadt“ ernannt. Natürlich gehört in eine solche Metropole ein Wellness-Hotel nur für Frauen, in dem bei Kräutermixturen nach Art des Hauses entspannt wird.

Die Pension trägt den Namen „Zum fröhlichen Weibe“ und ist Dreh- und Angelpunkt der Geschehnisse der quirligen Komödie „Die Dosis macht das Gift“. Der Fechenheimer Amateurtheaterverein „Philharmonie Fechenheim“ bot dem Publikum an drei ausverkauften Theatertagen einen temporeichen und wortgewandten Krimi-Spaß mit bestens aufgelegten Darstellern. Anne Schäfer spielt darin die Pensionsbetreiberin Agatha, die den Verdacht hegt, dass ihr Verlobter und Angestellter Erik (gespielt von Michael Regelein) ihr nicht treu ist. Mit einer speziellen Pilzmischung will sie ihm nur einen Denkzettel verpassen, doch das Unterfangen scheint schief zu gehen. Gut, dass Agathas rechte Hand und Freundin Henriette (gespielt von Tine Aspermaier) von pragmatischer Natur ist und ihr beim Verschwindenlassen der vermeintlichen Leiche tatkräftig zur Hand geht. Zwischen den beiden Schauspielerinnen stimmt die Chemie und allein deren Mienenspiel lockt schon die ersten Lacher hervor.

Um den Schlamassel perfekt zu machen, tritt der hoch motivierte Dorfpolizist Bert (gespielt von Felix Ossoba) auf den Plan, der ausnahmsweise einmal nicht nach einem ausgerissenen Dackel sucht, sondern – so gehört sich das für eine Weltstadt – nach einem Heiratsschwindler. An diesem hat auch der Detektiv Lars Lupenrein (gespielt von Fabio Di Gregorio) berufliches Interesse, leider stolpert die Spürnase in der Pension über einen zusammengerollten Teppich mit fragwürdigem Inhalt, zerstört dabei seine Brille und muss nun blind durch die Szenerie tapsen. Im Publikum fragte sich so mancher, wie viele blaue Flecken Di Gregorio wohl bei seinen Stürzen davongetragen haben mag.

Die mondäne Amalia von Holderhausen (gespielt von Daniela Regelein) hat eindeutig etwas zu verbergen. Ihre Arroganz gegenüber der Hotelbetreiberin trägt sie hingegen sehr offen zur Schau, woraufhin sie ebenfalls Bekanntschaft mit den Kräutermischungen des Hauses macht – mal mit durchschlagender Wirkung, mal mit dem Wunsch, den Weltfrieden zu verkünden.

Für noch mehr Chaos und Lacher sorgen die trinkfreudigen Kegelschwestern vom Kegelclub „Filigrane Feen“ Anneliese (gespielt von Marion Berger) und Frieda (gespielt von Isabell Schmidt). Die selten nüchternen Stammgäste der Pension lassen zwischen Bingo und Aromabad kein Schnäpschen umkommen. Doch die resolute Anneliese vermisst Erik schmerzlich, denn keiner schrubbe ihr so gut den Rücken wie er, lässt sie das Publikum wissen – bekleidet mit Satinbademantel und schreiend komischer Flamingo-Duschhaube. Die Krimikomödie nimmt noch mehr Fahrt auf, als sich Eriks „Leiche“ offenbar selbstständig gemacht hat und Agatha und Henriette anfangen, sich um Kopf und Kragen reden. Doch die Gesetzeshüter werden den Fall bestimmt lösen.

Das Regisseurinnen-Team Anja Böhm-Gries und Franziska Tomada war hochzufrieden und glücklich mit den gelungenen Aufführungen. „Es ist gar nicht so leicht, ein Stück zu finden, das für unsere Truppe und den Aufführungsort spielbar ist“, erklärte sie. Mit „Die Dosis macht das Gift“ von Jennifer Hülser haben die „Phillis“ wieder ein glückliches Händchen bewiesen. Der ausverkaufte Saal im Mainbörnchen beweist, dass sich die „Fechenheimer Theatertage“ zu einer Institution im Stadtteil – Pardon, in der Weltstadt – entwickelt haben, denen die begeisterten Zuschauer schon jetzt wieder entgegenfiebern.

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