Paradies für Tiere

Mainbogen wird zu Auenlandschaft umgestaltet

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Rainer Zimmermann (von links), Rosemarie Heilig und Roland Kammerer beim ersten Spatenstich.

Fechenheim (jf) – Laut schnatternd fliegt ein Entenpaar auf. Der Tümpel im Mainbogen ist noch nicht das richtige Fleckchen für sie. Ende des Jahres wird das ganz anders aussehen.

Die Verantwortlichen vom Bauherrn, dem Umweltamt, vom Projektleiter, der Stadtentwässerung, vom Grünflächenamt und den beteiligten Firmen setzen mit einem Spatenstich ein symbolisches Zeichen für den Start zur hessenweit größten Renaturierungsmaßnahme am Main. Auch Ortsvorsteher Werner Skrypalle und einige Ortsbeiräte sind anwesend. „Die Renaturierung ist eine gute Sache, gerade in Zeiten des Klimawandels. Schön ist, dass der Weg für die Spaziergänger, der Leinpfad, auf einem Abschnitt von über 800 Metern zwar etwas nach oben verlegt wird, aber erhalten bleibt“, sagt Skrypalle.

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig unterstreicht: „Frankfurt wagt Wildnis. Wir geben der Natur den Main ein Stück zurück.“ Sie vergleicht das Projekt mit dem Alten Flugplatz Bonames, auch dort wurde ab 2002 das Flugfeld aufgebrochen und ein Natur- und Freizeitgelände gestaltet. „Es geht uns beim Mainbogen um Artenvielfalt und zudem um eine Überschwemmungsfläche“, sagt Heilig. Eine vom Frankfurter Magistrat beauftragte Voruntersuchung ergab insgesamt 39 potenzielle Maßnahmen am Main zwischen Sindlingen und Fechenheim. Bis 2022 will man damit fertig werden.

Zurück zum Mainbogen: Christian Fischer von der Planungsgemeinschaft Beuerlein Baumgartner verweist darauf, dass der Umgestaltung zehn Jahre Planung vorausgingen. Vor drei Wochen starteten die Arbeiten im zweiten Abschnitt zur Anlage des kleinen Altarms, dem ab 2022 der Bau des großen Altarms folgen soll. 2015 wurden bereits drei Teiche im Mainbogen angelegt.

Die Bauarbeiten erfolgen umweltfreundlich, belasten die Fechenheimer möglichst wenig. Die Fahrzeuge fahren nicht durchs Wohngebiet, der Erdaushub wird per Schiff von einem temporären Anleger am Mainufer auf die Deponie Eisert in Großkrotzenburg gebracht. Vorher müssen die nassen Erdmassen auf dem Baufeld abtrocknen. Neben dem 22.000 Quadratmeter messenden Altarm entsteht eine 400 Meter lange Insel, die nicht betreten werden darf und sich selbst überlassen wird. Die Kosten für die Anlage des Altarms von rund 4,1 Millionen Euro trägt zu 72 Prozent das Land Hessen, der Rest wird aus der Stadtkasse finanziert.

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