Staatliche Vogelschutzwarte präsentiert die Fledermausnacht

Nützlich und geheimnisvoll

Fledermäuse sind nicht die einzigen Tiere, die nachts unterwegs sind: Am Lichtfang entdeckten die Nachwuchsforscher zahlreiche Nachtfalter-Arten. Foto: sh

Fechenheim (sh) – Lautlos flattern sie durch die Nacht. Wie kleine Schatten sind sie kurz zwischen den Baumwipfeln im Fechenheimer Wald am dunklen Himmel zu erkennen – vorausgesetzt, man weiß, wo man hinschauen muss.

Bei einer Fledermauswanderung sind die Mitarbeiter der Staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit so genannten „Bat-Detektoren“ unterwegs und machen die Ultraschall-Töne der nächtlichen Flattermänner für das menschliche Ohr hörbar.

Drei Gruppen mit neugierigen Kindern und interessierten Erwachsenen haben sich bei der Fledermausnacht der Vogelschutzwarte, die ihren Sitz an der Steinauer Straße hat, auf den Weg in den Wald gemacht, um die Fledermäuse bei ihrem Aufbruch in die „Nachtschicht“ zu beobachten – und eben auch zu hören. „Selbst bei absoluter Dunkelheit können die Fledermäuse ihre Nahrung, die aus Insekten besteht, am Boden, auf Blättern oder in der Luft entdecken“, erfuhren die Nachwuchsforscher. Und: Eine einzige Fledermaus kann weit mehr als 1000 Mücken in einer Nacht fangen.

Während sich die Entdecker bei der Fledermauswanderung aufs Schauen und Lauschen beschränken mussten, gab es danach am Lichtfang die Möglichkeit, eine Vielfalt verschiedener Nachtfalter vorsichtig in durchsichtige Becher zu befördern und sie von Petra Zub bestimmen zu lassen. Rund 1000 Arten von Nachtfaltern gibt es – mit teilweise kuriosen Namen wie Hausmutter, Wurzelbohrer, Zünsler und Linienspanner. Tagfalter gibt es nur rund 150 Arten, wie die Besucher von den Experten erfuhren. Die Leiterin der Vogelschutzwarte Dagmar Stiefel freute sich über die rundum gelungene Veranstaltung bei tollen Wetter. „Dieses Mal ohne Gewitter“, wie Stiefel betonte.

Das umfangreiche Programm hatte zahlreiche Interessierte in den Wald gelockt. Spannende Fachvorträge zu Themen wie Fledermausfossilien, Fledermäuse weltweit und Eulen sowie das Basteln von Fledermauskästen und ein Spielangebot bestimmten den Tag. „Mein persönliches Highlight war die Fledermaus-Modenschau“, sagte Stiefel. Zwei Kindergruppen, die ursprünglich als Fledermäuse verkleidet auf den Laufsteg wollten, hatten kurzfristig abgesagt. „Spontan erklärten sich zehn Kinder aus Fechenheim, Bergen-Enkheim und dem Riederwald bereit, einzuspringen. Sie haben zu dem Lied ,Zehn kleine Fledermäuse‘ so süß getanzt, als hätten sie es vorher einstudiert“, freute sich die Leiterin.

Der zweite Höhepunkt der Fledermausnacht war die Abschluss-Show mit Tobias Strohmaier und Kerstin Kaiser, die mit tollen Stimmen und aufwendiger Lichttechnik Szenen aus den Musicals „Tanz der Vampire“, „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ und „Dracula“ präsentierten. Auch wenn die ausgewählten Stücke inhaltlich eher für Erwachsene gedacht waren, erfreuten sich zu später Stunde auch noch viele Kinder an dem Bühnenspektakel um den geheimnisvollen Mann im wallenden Fledermaus-Umhang.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare