Nebenarm im Fechenheimer Mainbogen und neuer Uferweg sind angelegt

Ein neues Stück Natur entsteht

Barbara Siegert, Rosemarie Heilig und Roland Kammer enthüllen eine Infotafel am neuen Nebenarm des Mains. Foto: jf

Fechenheim (jf) – Platz genug gibt es jetzt für Karpfen, Eisvogel und Gelbe Teichrose. Sie werden nun am Fechenheimer Mainbogen erwartet und sich hoffentlich bald ansiedeln.

Bis etwa 15 Zentimeter große Ukeleie, eine Fischart, die rasch in langsam fließenden Gewässern heimisch wird, wurden bereits gesichtet.

Bei strahlendem Sonnenschein hatten sich viele Menschen auf den Weg zum neu angelegten Gewässer am Mainbogen gemacht. Barbara Siegert, Referatsleiterin im Hessischen Umweltministerium, die ihre erkrankte Ministerin Priska Hinz vertrat, war erstaunt: „Ich bin überrascht, wie viele Leute dieses Projekt interessiert, das tatsächlich zur bislang größten Renaturierungsmaßnahme des Landes gehört.“

Ein 625 Meter langer und bis zu vier Meter tiefer Nebenarm ist in sieben Monaten Bauzeit geschaffen worden. Außerdem wurde dabei der Leinpfad auf einer Strecke von etwa einem Kilometer neu angelegt. Mit dem Nebenarm ist auch eine 400 Meter lange Insel entstanden, die für Menschen unzugänglich ist. Hessen Mobil hat zudem ein 150 Meter langes Stillgewässer angelegt – eine Kompensationsmaßnahme für den Riederwald-Tunnel.

„Beim Erdaushub haben wir eine gute Lösung gefunden: Die etwa 100.000 Kubikmeter Boden transportierten Schiffe zur Deponie Eisert in Großkrotzenburg, wo die Erde gebraucht wurde. Damit haben wir etwa 8000 Lkw-Fahrten durch Fechenheim vermieden“, sagte Barbara Siegert. Das Einzelprojekt habe etwa 4,3 Millionen Euro gekostet, 3,2 Millionen kamen dabei vom Land Hessen, hieß es bei der Einweihung des Projekts. „Die geplante Auenlandschaft am Mainbogen ist Frankfurts größtes Naturschutzprojekt nach dem Alten Flugplatz in Bonames“, bemerkte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig. Doch der große Durchbruch kommt erst noch: Ein 1,7 Kilometer langer Nebenarm soll künftig den Mainbogen komplett durchqueren. Damit soll ein Fließgewässer von einer Länge wie etwa der Strecke zwischen Hauptwache und Zoo entsteht. Ein Wegenetz mit Brücken und Stegen ist ebenfalls vorgesehen. „,Städte wagen Wildnis’ – unter diesem Motto sehen wir die Umgestaltung“, fügte Heilig hinzu. Gegenwärtig läuft ein Flurbereinigungsverfahren durch das Amt für Bodenmanagement in Büdingen um die Maßnahme vorzubereiten. Bereits 2015 waren drei Altwasserteiche, mehrere temporäre Gewässer und Abflachungen des Mainufers zwischen Carl-Ulrich-Brücke und Starkenburger Straße realisiert worden.

Roland Kammer, Betriebsleiter der Stadtentwässerung Frankfurt, bedankte sich für die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten. „Das Bodenmanagement war eine Herausforderung“, betonte er. Mitunter seien drei Schiffe täglich im Einsatz gewesen. Dafür waren temporäre Anlegestellen eingerichtet worden.

Den Spaziergang auf dem Leinpfad empfanden viele als schöner und abwechslungsreicher als vorher. Tafeln am Wegesrand informieren über die Renaturierung und darüber, wie der Mensch helfen kann, dieses Gebiet zu schützen. Mal schauen, wie die Landschaft dann im Frühjahr aussieht, wenn alles grünt und blüht.

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