Diskussion über das Älterwerden in Fechenheim

Messe wird gewünscht

Leonore Vogt, Naoual Alyarrudi und Jürgen Gries (von links) im Gespräch mit Bürgern. Foto: jf

Fechenheim (jf) – Es war ein kleiner Kreis, der zur Diskussion im Begegnungszentrum des Frankfurter Verbands zusammengekommen war. Umso ausführlicher und konzentrierter konnte man zum Thema „Älterwerden in Fechenheim – Vom Quartier zur Nachbarschaft“ miteinander reden.

Naoual Alyarrudi, Leiterin des Zentrums, hatte zudem Leonore Vogt vom Quartiersmanagement und Manuela Hänse vom Kinder- und Familienzentrum (Kifaz) eingeladen. Seit zehn Jahren gibt es die Begegnungsstätte, eine Menge hat sich getan. „Es ist viel los im Stadtteil“, sagte Peter Gabriel, einer der Teilnehmer. „Das ist ja eigentlich ein gutes Zeichen“, bemerkte Naoual Alyarrrudi. „Laut einer Befragung im Jahr 2017 ist den Fechenheimern eine gute Nachbarschaft wichtig und ein Herzensthema“, sagte die Zentrumsleiterin. Ähnlich sieht das Leonore Vogt. Seit 2017 gibt es wieder ein Quartiersmanagement, mit Nora David kümmert sich Vogt um die Anliegen der Fechenheimer in dem stark gegliederten Stadtteil mit mehr als 17.500 Einwohnern. Träger ist das Diakonische Werk. „Wir sehen unseren Schwerpunkt darin, Menschen zusammenzubringen“, sagte Vogt.

Das Kifaz mit dem Familiengesundheitszentrum bietet 100 Plätze in der Kinderbetreuung und eine Reihe offene Treffs. „Der Bedarf ist groß, leider kann nicht jede Idee auch finanziert werden. Wir verstehen uns als Ort für die Familien und den interkulturellen Austausch“, erläuterte Hänse.

Die erste Frage hieß: Wo drückt der Schuh? Dazu meldete sich Polizeihauptkommissar Jürgen Gries, gleichzeitig Schutzmann vor Ort, zu Wort. „Von Januar bis jetzt gab es eine Reihe von Straftaten zum Nachteil älterer Bürger. Erfreulich ist allerdings, dass vor allem ‚falsche Polizisten’ ihr Ziel nicht erreichten. Keiner wurde geschädigt.“ Wer Probleme habe, könne sich gerne an den Schutzmann wenden, am besten per E-Mail an juergen.gries@polizei.hessen.de. Gries arbeitet seit 1980 im Quartier und kennt sich gut aus.

„Ich schwanke zwischen guter Nachbarschaft und Distanz. Ich möchte keinem auf die Pelle rücken und möchte auch nicht, dass mir jemand allzu nahe kommt“, sagte eine Bürgerin. „Natürlich, diese Einstellung respektieren wir“, entgegnete Vogt. „Es ist höchst unterschiedlich, wie viel Nähe ein Mensch braucht“, hakte Alyarrudi ein.

Für Harry Hoppe ist das kein Problem, er geht bewusst auf die Menschen zu, kommt schnell mit ihnen ins Gespräch. Fehlende Handwerker sind ein großes Thema. Es gab einmal einen Zusammenschluss, der sich um verschiedene Handwerksarbeiten gekümmert hat. „Vielleicht gibt es ja so etwas bereits andernorts – ich werde mich umsehen“, schlug Vogt vor.

„Es wäre schon gut, wenn es eine Übersicht über die Angebote in Fechenheim gibt“, sagte Gabriel. „Man könnte eine Angebotsmesse organisierten“, meinte Vogt. „So etwas gab es vor 40 Jahren schon einmal. Ich mache gerne wieder mit“, schaltete sich Hoppe ein. In Fechenheim gebe es auch mehr als 50 Vereine, die sich auf der Messe gut präsentieren könnten, fügte der Umtriebige hinzu.

Und was wünschen sich die Menschen für ihr Leben in Fechenheim? Hoppe wünscht sich eine harmonische Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen. Gries würde gerne von den Einrichtungen angesprochen werden, um punktgenau beraten zu können. Gabriel schlug dazu eine Podiumsdiskussion vor. Auch die Internetplattform Fechenheim-portal.de könnte genutzt werden, regte Alyarrudi an.

Es war eine erste Diskussion. Man wird sehen, was aus den einzelnen Vorschlägen geworden ist: „Nach einigen Wochen muss man halt nachhaken“, weiß Hoppe aus eigener Erfahrung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare