Franziska Franz stellt ihren Thriller „Die stumme Frau“ vor

Mensch oder Monster?

Franziska Franz präsentiert ihr neues Buch „Die stumme Frau“. Die Autorin hat sich dem Genre Thriller zugewandt. Foto: sh

Fechenheim (sh) – Franziska Franz ist Wiederholungstäterin: Die Frankfurter Autorin liest immer wieder gerne in Fechenheim. Neu ist, dass sie sich nach Kinderbüchern und Beziehungsromanen dem Krimi- und Thriller-Genre zugewandt hat.

Im Café „Cult fee“ stellte sie dem Publikum ihr neuestes Werk „Die stumme Frau“ vor.

In ihrem Roman spielt Sören Bergwart, ein charismatischer und geheimnisvoller Horrorfilmdarsteller, die Hauptrolle. Traumatische Kindheitserlebnisse mit seiner Mutter haben ihn geprägt und beziehungsunfähig gemacht. Zudem hat er einen Geruchsfetisch entwickelt. Doch er findet nach gescheiterten Ehen die Liebe seines Lebens: Eine Asiatin namens Yoko, die allerdings aufgrund einer Nervenlähmung im Rollstuhl sitzt und die er von der Öffentlichkeit abschirmt. Der Leser wird Zeuge, wie Bergwart auf Jagd nach jungen, zierlichen Frauen in schönen Kleidern geht – denn ihre Kleidungsstücke will er haben, vor allem, wenn sie intensiv nach der Trägerin riechen. Die Frauen erwartet ein schreckliches Ende. Als Bergwart aber auf eine Japanerin trifft, die seiner Yoko wie ein eineiiger Zwilling gleicht, schmiedet er einen bizarren Plan.

Im Anschluss an die Buchvorstellung entwickelte sich eine angeregte Diskussion, unter anderem darüber, warum Menschen überhaupt gerne Krimis lesen. „Klar, Krimis sind spannend und es macht Spaß, mitzurätseln. Aber es ist auch der Nervenkitzel, der gefällt: Man möchte, dass es beim Lesen kribbelt, während man dabei aber sicher in seinen heilen vier Wänden sitzt“, erklärte Franz.

Sie schreibe gerne über Psychopathen, sagte die Schriftstellerin. „Ich finde es interessant, warum ein Mensch böse oder zu einem Monster wird. Oder aber: Wird er überhaupt zu einem Monster?“, sagte sie. Jeder habe das Potenzial, Straftaten zu begehen. „Bei Psychopathen kommt ein Mangel an Empathie hinzu, die uns als Schranke davon abhält, Schlimmes zu tun“, erklärte Franz. Und wer in der Pause wissen wollte, ob er auch das Zeug zu einem Psychopathen habe, hatte die Gelegenheit, einen von der Autorin mitgebrachten Psychotest auszufüllen. Glücklicherweise befand sich unter den Zuhörern kein potenzieller Serienmörder – zumindest behaupteten das diejenigen, die den Test gemacht hatten.

Die Autorin ist für verschiedene Verlage tätig und Mitglied im Syndikat, Verein zur Förderung deutschsprachiger Krimiliteratur, sowie beim Verein „Mörderische Schwestern“, denn: „Die Frau ist im Krimi-Bereich nicht mit den Männern gleichgestellt“, bemängelte Franz.

Die neugierig gewordenen Zuhörer erwarben noch einige Exemplare von „Die stumme Frau“ sowie von der Krimi-Anthologie „Wir morden gerne in Herne“, zu der die gebürtige Ost-Westfälin auch eine Geschichte beigesteuert hat. Natürlich signierte Franziska Franz ihre Bücher auch gerne für ihre Krimi-Fans.

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