Von Freundschaft bis zu Hundeflöhen

Lyrik-Abend mit Musik im Café „Cult fee“

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Zwei vielseitig versierte Künstler: Hans Berghammer trägt im Café „Cult fee“ Gedichte vor, Jutta Loskill liefert die passenden Songs zu seiner Lyrik.

Fechenheim (sh) – Einen unterhaltsamen, vergnüglichen, aber auch nachdenklich stimmenden Abend präsentierte der Dichter Hans Berghammer im Café „Cult fee“.

Die Lesung wurde musikalisch von der vielseitig versierten Jazz-Musikerin Jutta Loskill unterstützt. Dass Berghammer gebürtig aus München kommt, ist nicht zu überhören – im besten Sinn, versteht sich. Und gleich zum Auftakt seiner Lesung startete er mit Reimen in seiner Mundart. „Sie kennen das: Man geht in einen Laden und möchte etwas Bestimmtes kaufen. Mit etwas ganz anderem kommt man aus dem Geschäft wieder raus“, erklärte Berghammer den Kern des ersten Gedichts des Abends. Dann verriet er den Titel: „Ein Paar neue Schuhe“. Verständnisvolles Kopfnicken und Lachen stellte sich an den gut besetzten Tischen des Cafés ein.

Für die weiteren Gedichte wechselte Berghammer in seine „Zweitsprache“ – also Hochdeutsch – und schickte gleich vorweg, dass manche seiner Werke der Wahrheit entsprächen, aber manchmal lüge er auch „a bissl“. Berghammers Gedichte sind so vielfältig wie das Leben selbst. Mal geht es um die Schönheit der Natur, mal um ihre Zerstörung durch unachtsame Menschen. Mal geht es um den Kampf gegen den inneren Schweinehund und mal um Hundeflöhe. Warteschleifen verarbeitete Berghammer genauso in malerischen Worten wie Flüchtlingspolitik, Freundschaft und den Wandel der Zeit.

Jutta Loskill schöpfte zwischen den Gedichtvorträgen aus ihrem schier unerschöpflichen Repertoire und fand zu jedem Thema den passenden Song, den sie mit virtuoser Stimme vortrug, während sie sich selbst an der Gitarre begleitete. So intonierte sie zum Beispiel zum Thema „Freundschaft“ das Lied „You’ve got a Friend“ und zum Thema „Sucht und Suche“ den Song „I still haven’t found what I’m looking for“.

Im Plauderton erzählte Berghammer zwischendrin, was ihn zu dem einen oder anderen Gedicht bewegt habe und zum krönenden Abschluss gab es noch zwei Werke in Bajuwarisch. Eins davon handelte von einem Baum im Wandel der Jahreszeiten – dazu zupfte Jutta Loskill eine zarte Melodie auf der Gitarre. Das Zusammenspiel der beiden war ein Novum, das beim Publikum bestens ankam. Eine Wiederholung ist nicht ausgeschlossen.

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