Roman, Lied und Film

Krimilesung „Doppelopfer“ mit verteilten Rollen

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Das Autorenduo Valeska Réon (rechts) und Koto Kodama las mit stimmlicher Unterstützung von Franziska Franz aus „Doppelopfer“ im Café „Cult fee“.

Fechenheim (sh) – In Paris treibt der „Vollmondkiller“ sein Unwesen, der alleinstehende junge Frauen grausam verstümmelt und dann in öffentlichen Parks ablegt. Zum Glück ist das nur die Handlung eines Kriminalromans, der kürzlich im Café „Cult fee“ präsentiert wurde.

Mit verteilten Rollen lasen die Autoren Valeska Réon und Koto Kodama aus ihrem ersten Gemeinschaftswerk „Doppelopfer“ und hatten sich dazu stimmliche Unterstützung von Autoren-Kollegin Franziska Franz geholt. Die unterschiedlichen Stimmen machten die Lesung zu einem ganz besonderen Hörvergnügen. „Doppelopfer“ ist das erste gemeinsame Projekt des Autorenduos Réon/Kodama. Reón wuchs in Düsseldorf auf und arbeitete nach ihrer Ausbildung zur Friseurin und Weiterbildung zur Visagistin einige Jahre als Model. Danach gründete sie eine Privatdetektei, gab diese dann aber zugunsten ihres Lektorats auf. Koto Kadama, Kameramann, Cutter und Drehbuchautor kontaktierte Réon über Facebook, da er auf der Suche nach einem Verlag war. „Es folgten Telefonate und wir hatten das Gefühl, uns schon lange zu kennen“, beschreibt Réon, wie die Zusammenarbeit mit dem gebürtigen Salzburger begann. Schnell reifte die Idee, einen gemeinsamen Krimi zu verfassen, wobei Réon die weiblichen Rollen und Kodama die männlichen Parts übernahm. Die Chemie zwischen den beiden stimmt so gut, dass ein weiterer gemeinsamer Krimi geplant ist.

Der Kriminalroman „Doppelopfer“ hat es in sich – und das nicht nur in der Story. Élodie Blanc trauert um ihre Zwillingsschwester Inès, die Opfer des „Vollmondkiller“ wurde und in der Eröffnungsszene auf dem Friedhof Montmartre zu Grabe getragen wird. Ist sie nun selbst auch in Gefahr? Ein exzentrischer Galerist lässt sich auf eine spannungsgeladene Beziehung mit einer Internet-Berühmtheit ein, ein Musiker hat einen Hang zu brutalem Sex unter Zuhilfenahme von K. o.-Tropfen und der ermittelnde Kommissar scheint eher vertuschen als aufklären zu wollen. Geschickt legt das Autorenduo immer neue Fährten, die den Leser Grübeln lassen, wer denn nun der Killer sein könnte.

In der Geschichte spielt auch das Lied „J’aime tellement“ von der fiktiven Band Brigand eine Rolle, denn Élodie – ihres Zeichens Violinistin – soll den Hit zusammen mit weiteren Streicher-Kolleginnen in einer Klassik-Version einspielen. „Da sich das Lied wie ein roter Faden durch den Roman zieht, habe ich einen französischen Text dazu verfasst“, berichtet Réon. Die Sängerin und Komponistin Sarah Kaspar spielte den Song ein, es folgten verschiedene Remixe zum Beispiel als Rap und Dance-Variante. „Wir wollen das Ganze als CD auf den Markt bringen“, sagt Réon.

Und sollte „Doppelopfer“ verfilmt werden, gibt es dazu bereits einen Buchtrailer. Aufgrund von Kodamas Job beim Fernsehen war schnell ein Team gefunden, mit der Szenen aus dem Buch in beeindruckenden Bildern verfilmt wurden. Interessierte können sich den Trailer auf Youtube anschauen (Suchbegriff „Doppelopfer“).

Cineasten dürfen sich schon einmal auf die Verfilmung von Valeska Réons Biografie „Blumen für ein Chamäleon“ freuen. Dazu sind die Dreharbeiten in Paris unter dem Filmemacher Jakob M. Erwa gestartet. Der Film kommt 2020 unter dem Titel „Valeska“ in die Kinos. In den Hauptrollen sind Katja Riemann, Udo Kier und Justus von Dohnányi zu sehen.

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