Sommerfest im Fechenheimer Tierheim

Immer mehr Reptilien

Michael Hallstein und eine neugierige Bartagame: Im Tierheim werden immer mehr Reptilien abgegeben. Foto: sh

Fechenheim (sh) – Interessiert schnuppert der Staffordshire-Mischling an einem Hundekeks und schaut hoffnungsvoll am Stand hoch: Darf ich den haben? Mit jeder Menge Auswahl an Leckereien und Accessoires fürs liebe Vieh zog der Tierschutzverein Frankfurt auf dem Gelände des Fechenheimer Tierheims die Besucher an.

Und da gab es jede Menge zu entdecken. .

„Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit dem Hof Emrich aus Ortenberg“, berichtete der Tierschutzverein-Vorsitzende Michael Hallstein. Auf dem Hof, fuhr Hallstein fort, seien die Zuchtrinder ganzjährig auf der Weide, die Schlachtrinder hätten große Ställe mit Außengehege. Von dort stammte das Grillgut für das Sommerfest. „Wir beschaffen das Fleisch von dort, wo es den Tieren gut geht – wir sind ja schließlich ein Tierschutzverein“, sagte Hallstein.

Zahlreiche Aussteller – vom Futterhändler bis zum Haustierbestattungsunternehmen – informierten über ihre Angebote. Über allem schwebten die rockigen Klänge der Band The Gents, die auch noch tapfer weiterspielte, als ein dicker Regenschauer die Besucher unter die schützenden Zeltdächer trieb.

Bedeutet die Ferienzeit für viele Tierheime oft überfüllte Katzenhäuser und Hundezwinger, halten sich die Zahlen von Ferien-Abgabetieren in diesem Jahr in Grenzen. Im Fechenheimer Tierheim gibt es jedoch seit rund zwei Jahren ein anderes Phänomen: „Reptilien sind ein großes Thema. Die Bude ist voll“, sagte Hallstein. Selbst in das Büro der Tierheimleitung seien schon Terrarien samt Bewohnern eingezogen. „Wir haben 20 Landschildkröten, 30 Wasserschildkröten, sechs Bartagamen, drei Leopardgeckos, ein Chamäleon, zwei Vogelspinnen, sechs Boas, zwei Königspythons und vier Kornnattern“, zählt der Vorsitzende auf. Das meiste davon seien Fundtiere. „Uns sind auch schon Würgeschlangen vor die Tür gelegt worden, die so stark unterernährt waren, dass wir sie nicht mehr retten konnten“, sagte Hallstein. Oft würden Exoten auf Reptilienbörsen oder im Internet gekauft, ohne sich vorher über die Bedürfnisse dieser Tiere zu informieren. Wenn es dann kompliziert wird, landen die Schlangen, Echsen und Spinnen im Tierheim.

„Der Anstieg an Reptilien hat im ersten halben Jahr Kosten in Höhe von 40.000 Euro bedeutet. Da die Tiere Wärme brauchen, mussten wir allein 20.000 Euro in unsere Elektrik investieren“, erklärte Hallstein. Eine glückliche Fügung ist, dass das Tierheim ein eigenes Blockheizkraftwerk mit Gasheizung betreibt. „Damit können wir immerhin die Stromkosten abfedern.“ Gut ist auch, dass zu den zwölf Tierpflegern im Tierheim drei Zootierpflegerinnen gehören, die auch in der Pflege von Reptilien ausgebildet sind. Doch das Platzproblem ist groß.

Die Vermittlung gestalte sich manchmal schwierig, denn so mancher hat falsche Vorstellungen von der Reptilienhaltung. Das werde dann beim Vorgespräch, das bei jeder Tiervermittlung geführt wird, deutlich. „Wenn unsere Tierheimleiterin dann ein Foto des entsprechenden Terrariums sehen möchte, ist es auch schon vorgekommen, dass der Interessent beleidigt gegangen ist“, sagte Hallstein.

Wer das Fechenheimer Tierheim unterstützen möchte, kann Mitglied werden, sich ehrenamtlich engagieren oder spenden. Mehr dazu gibt es unter www.tsv-frankfurt.de.

Als neues Mitglied im Arbeitskreis Fechenheimer Vereine wird der Tierschutzverein mit einem Stand beim Fechenheimer Fischerfest am 7. September vertreten sein. „Wir sind ein Teil von Fechenheim und die Kooperation von Vereinen finde ich gut. Wir bringen uns da gerne ein“, sagte Hallstein.

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