Ökumenisches Fastenessen

Genussreise: Fisch statt Fleisch

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Mitglieder des ökumenischen Arbeitskreises, einige der koptischen Gemeindemitglieder sowie die Fechenheimer Quartiersmanagerin Leonore Vogt (Vierte von links) beim Fischessen.

Fechenheim (zlu) – Fastenzeit ist Fischzeit. Im Lauf der Geschichte des Christentums haben sich die Regeln und Verbote zur Fastenzeit immer wieder geändert.

Über mehrere Jahrhunderte standen warmblütige Tiere und andere tierische Produkte wie Eier, Milch, Butter und Käse sowie Alkohol auf der Verbotsliste. Außerdem war nur eine Mahlzeit am Tag erlaubt. Mitte des 16. Jahrhunderts wurden die Regeln gelockert und fortan sollte nur noch auf Fleisch verzichtet werden. Vergangene Woche bot der ökumenische Arbeitskreis Heilig Geist mit den evangelischen Kirchengemeinden im Riederwald und Fechenheim Nord ein ökumenisches Fastenessen an. Treffpunkt war beim Fischhändler Erol im Celik Markt, Cassellastraße 27. Der passionierte Fischverkäufer hat sich dort mit seiner kleinen, aber wohl sortierten Theke selbstständig gemacht, langjährige Erfahrung im Großhandel gesammelt und sich auch vieles selbst beigebracht. Der Fischereischein berechtigt ihn, lebendige Fische zu verkaufen und sie auch zu töten, was die Frische seiner Ware gewährleistet. Die Idee zu der Veranstaltung kam Georg Weissler vom ökumenischen Arbeitskreis, der seit Langem zufriedener Kunde des Händlers ist und vor allem die gute Beratung dort schätzt. Anlässlich der Fastenzeit trafen sich die Teilnehmer vor Ort, um sich in die Geheimnisse rund um die Fischkunde und -Zubereitung einweihen zu lassen.

„Ich bin so nervös, wie an meinem ersten Schultag”, gestand Erol, der mit Leib und Seele seinen Beruf ausübt. Die Nervosität war jedoch schnell vergessen. Fachkundig und versiert beantwortete er die Zwischenfragen der Anwesenden, demonstrierte Ausnehm-Techniken und nahm sich derweil noch Zeit für das ein oder andere Späßchen.

Von der Theorie ging es dann zur Verkostung von 18 duftenden Doraden, die der Fischhändler zuvor im Holzofen zubereitet hatte, weiter ins Stadtteilcafé des Quartiersmanagements. Dazu gab es je nach Gusto ein Gläschen Wein, Wasser oder Tee. Geschichten zur Kulinarik rund um die Fastenzeit begleiteten den Abend. Die Veranstaltung war gut besucht, auch einige der koptisch eritreischen Gemeindemitglieder, die seit September 2017 ebenfalls die Räumlichkeiten der Heilig Geist Kirche im Riederwald für ihre Gottesdienste nutzen, ließen sich einen Besuch nicht nehmen. Weitere kulinarische Ausflüge in die Umgebung sind aufgrund der guten Resonanz also geplant.

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