Gemeinsam etwas bewegen

Freie Pfarrerstelle: Arne Zick stellt sich vor

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Pfarrer Zick stellt sich im Gottesdienst der Fechenheimer Gemeinde vor. Er bewirbt sich auf die frei werdende Pfarrstelle.

Fechenheim (eis) – Mit einem Gottesdienst stellte sich Pfarrer Arne Zick kürzlich der evangelischen Gemeinde als Bewerber auf die Ende Februar frei werdende Pfarrstelle vor.

Die Kirchenvorstandsvorsitzende Marion Kloster begrüßte die zahlreichen Gottesdienstbesucher und erläuterte, weshalb sich Pfarrer Zick gerade jetzt vorstelle, obwohl er bereits seit März vergangenen Jahres tätig ist. Mit dem bevorstehenden Ruhestand von Pfarrer Wilfried Steller wird es künftig nur noch eine Pfarrstelle geben. Um den Übergang abzufedern, war Pfarrer Zick der Gemeinde 2018 mit einer befristeten halben Stelle zur Seite gestellt worden. Nachdem er sich nun auf die verbleibende ganze Pfarrstelle beworben hat, muss er nach dem Pfarrstellengesetz vor der Wahl „bekannt gemacht“ werden. Nach dem Gottesdienst stellte sich der Bewerber den Fragen der Gemeinde. Nach dem Theologiestudium in Frankfurt und Marburg war er unter anderem in Bockenheim und einem Dorf im Vogelsberg tätig – für ihn als „Großstadtpflanze“ eine sehr interessante Erfahrung. Nach einer Pfarrstelle in Walldorf und einer halben Stelle in Ginnheim, ging er in Elternzeit. Die halbe Stelle in Fechenheim sei nun sein Wiedereinstieg.

Wissen wollten die Gemeindemitglieder, was aus der Glaubenskirche im Norden Fechenheims wird. Dies sei schwierig, erklärte Zick. Die evangelische Kirche in Frankfurt habe beschlossen, dort nichts mehr zu investieren. Durch den Betrieb des Kindergartens seien die Kosten derzeit gedeckt, wie lange dies funktioniere, könne aber niemand sagen. Zudem sorge die enge zeitliche Taktung der Gottesdienste in Fechenheim-Nord und -Süd für eine gewisse Hektik. Der Kirchenvorstand bemühe sich, Lösungen zu finden. Auf die Frage, ob es künftig in Fechenheim wieder Konfirmandenkurse geben werde, sagte der Pfarrer, er sei angesichts der geringen Anmeldezahlen etwas schockiert gewesen. Für die Zukunft sei er aber zuversichtlich. „Dafür werde ich auch Klinken putzen gehen“, versprach Zick.

Kinder- und Jugendarbeit als Schwerpunkt

Wann er die ganze Stelle antreten könne, hänge vor allem davon ab, wie schnell das Pfarrhaus renoviert werde. Zwar sei alles in Planung, die Arbeiten hätten aber noch nicht begonnen. Der Wechsel auf die ganze Stelle sei erst dann sinnvoll, wenn er mit seiner Familie in Fechenheim wohnen könne. Schwerpunkte würde Arne Zick gerne in der Kinder- und Jugendarbeit setzen. Dabei möchte er die Internationalität des Stadtteils einbeziehen und verschiedene Kulturen in Kontakt bringen. Dafür schwebt ihm beispielsweise die Idee eines Kinderchores vor.

Ebenso sei ihm die Ökumene wichtig. Dafür gebe es in Fechenheim auch von katholischer Seite eine große Bereitschaft, freute sich Zick. Überhaupt habe er großes Interesse an einer Zusammenarbeit im Stadtteil festgestellt, sagte der Pfarrer. Auch in der Seniorenarbeit sehe er Potential und würde gerne mit ehrenamtlichen Helfern einen Besuchsdienst ins Leben rufen. Generell möchte er nicht als Pfarrer bestimmen, „wo es lang geht“, sondern gemeinsam mit den Menschen in der Gemeinde etwas bewegen. Doch davor steht in der kommenden Kirchenvorstandssitzung zunächst noch die Wahl. Nach Ablauf von Einspruchsfristen könnte dann im März bereits klar sein, ob Pfarrer Zick Fechenheim erhalten bleibt. Der warme Applaus am Ende der Fragerunde zeigte jedenfalls, dass er mit seiner offenen, den Menschen zugewandten Art in der Gemeinde gut ankommt.

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