Für Umwelt und gegen Müll

Das „Junge Museum Unterwegs“ macht Halt in Fechenheim

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Laura Hollingshaus (links) und Suzan Manav vom „Jungen Museum Unterwegs“ waren mit ihrem Projekt in Fechenheim.

Fechenheim (zlu) – „Dagegen! Dafür?– Revolution und Protestbewegung. “ Mit diesem Thema ist das „Junge Museum Unterwegs“ in Kooperation mit dem „Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft“ und dem Jugendbildungswerk in verschiedenen Stadtteilen vertreten.

Das Projekt gibt es seit 20 Jahren. Es soll bei Kindern und Jugendlichen das Bewusstsein für ihre freiheitlichen Rechte, einschließlich des Rechts auf Widerstand, schärfen, für diese einzustehen und sie angemessen einzufordern. In Anlehnung an die gleichnamige Ausstellung des Museums liegt der Fokus vor allem auf einem starken Stadtteilbezug und die unmittelbare Lebenswelt der Kinder. Erste Station des Jahres machte die Veranstaltung in Fechenheim, auf dem Spielplatz Konstanzer Straße. „Der erste Tag ließ sich super an, da kamen allein schon insgesamt 13 Kinder”, freute sich Laura Hollingshaus, die wissenschaftliche Volontärin am Jungen Museum ist und das Projekt seit fünf Jahren leitet. Unterstützt wird sie dabei von den zwei freien Mitarbeiterinnen Suzan Manav und Susanne Thimm. Gemeinsam mit den Kindern entwickeln die Museumspädagoginnen wöchentlich ein neues Thema, für das sich die Kinder vor Ort einsetzen wollen. Ganz demokratisch stimmten die Teilnehmer der ersten Runde dafür ab, sich dem Müll-Problem zu widmen.

Erst planen, dann machen, lautete dabei die oberste Devise. Mit bunten Beutelchen ausgestattet, in denen sie kleine Kameras um den Hals trugen, erkundeten die Kinder erst einmal ihre Umgebung, dokumentierten sämtliche Formen des Protests und entwarfen daraufhin Strategien und Maßnahmen, um ihr eigenes Anliegen in der Öffentlichkeit wirksam zu präsentieren. Sie kreierten ein gemeinsames Symbol für ihre Bewegung, stellten dafür Buttons her, malten Plakate mit Aufrufen und hatten noch viele Ideen mehr.

Um die Gruppen am Ende der Woche nicht mit ihren Bemühungen alleine zurückzulassen, schreiben alle zusammen zum Abschluss einen Brief an die zuständige Kinderbeauftragte und lernen so, dass es auch direkte Ansprechpartner für ihre Probleme gibt, an die sie sich jederzeit wenden können.

Hollingshaus ist aus diesem Grund auch der enge Kontakt zu den Vertretern der jeweiligen Stadtteile sehr wichtig, die die Kinder kennen und weiter mit ihnen an der Umsetzung der gesteckten Ziele arbeiten können. „Vergangenes Jahr ging es um das Thema Wohnen. Das war auch super interessant”, erinnert sich Fechenheims Quartiersmanagerin Leonore Vogt, die auch dieses Mal fast täglich vorbeischaute und das Gespräch mit den Pädagoginnen, Teilnehmern oder auch deren Eltern suchte.

„Müll gehört in die Tonne und Hundehaufen in die Tüte”, weiß Daila Hamidovic. „Das ist das Schlimmste, wenn man da reintritt”, entrüstete sich die Achtjährige und hat fest vor, etwas dagegen zu unternehmen.

Weitere Termine des offenen Angebots für Kinder ab sieben Jahren unter www.junges-museum-frankfurt.de.

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