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Flüchtlinge aus dem Spessart: Die Biber sind da

Fechenheim (red) – Von wegen Tiere haben keinen Platz im urbanen Raum. In Frankfurt fühlen sich viele Arten heimisch. Sogar der Biber ist zurück in der Stadt. Sowohl am Main als auch an der Nidda hat er sich häuslich eingerichtet.

Für den Nager ist es üblich, dass der Nachwuchs aus der Obhut der Eltern vertrieben wird. Aus diesem Umstand heraus sind Jungtiere eines Tages aus dem Spessart entflohen und den Flusslauf des Mains entlang gewandert.

Heute findet der Biber beispielsweise in der neu entstehenden Auenlandschaft am Mainbogen in Fechenheim einen Lebensraum ganz nach seinem Geschmack. Beim größten Naturschutzprojekt seit dem „Alten Flugplatz“ erhält der Main zwei Altarme und mehrere Tümpel als Rückzugsraum für Fische, Amphibien und Vögel. Hier kann der Biber seine Burgen bauen. „Der Biber ist eine Art, die das ganze Potenzial einer Großstadt zeigt. Er ist dämmerungsaktiv und relativ störungsunempfindlich. Mit Hunden oder Spaziergängern kann er sich also wunderbar arrangieren. Was er braucht, ist ein naturnahes Flussufer“, erläutert Volker Rothenburger, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Frankfurt. Besonders die Renaturierungen an Main und Nidda haben die erfolgreiche Rückkehr des Bibers beeinflusst.

Einer von vielen Erfolgen, auf die die Stadt Frankfurt stolz ist. „In den letzten Jahren hatten wir einige großartige Naturschutzerfolge“, sagt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig. „Biber und Storch sind zurück, in den Streuobstwiesen lebt eine der größeren Steinkauzpopulationen Deutschlands, zu Füßen der EZB wuseln Eidechsen, in der Dämmerung gehen in den Parks Fledermäuse auf die Jagd. Frankfurt hat eine vielfältige Stadtnatur.

Die Wildnis erobert die Stadt.“ Bis Tier und Mensch in der Stadt noch besser im harmonischen Zusammenspiel miteinander leben können, braucht es den leidenschaftlichen Einsatz von Volker Rothenburger und seinem Team: „Bei all unseren Tätigkeiten haben wir die Absicht, die Lebensqualität der Bevölkerung langfristig zu verbessern. Denn wer durch eine grüne Umgebung gehen kann, dem geht es erwiesenermaßen einfach besser“, unterstreicht Rothenburger.

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