Weltgebetstag der Frauen

Die festliche Tafel lädt alle ein

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Appetitlich und feierlich: Die Speisen an der reich gedeckten Tafel zum Weltgebetstag der Frauen wurden von der Frauengruppe „Sauerteig“ nach slowenischen Rezepten zubereitet.

Fechenheim (sh) – Eine festlich gedeckte Tafel wartete in der Glaubenskirche in Fechenheim-Nord auf die Teilnehmer des Gottesdienstes zum Weltgebetstag der Frauen.

Getreu der Gottesdienstordnung, die dieses Mal von Frauen aus Slowenien ausgearbeitet wurde, fand der gesamte Gottesdienst an dem reich gedeckten Tisch unter dem Motto „Kommt, alles ist bereit!“ statt. Die ökumenische Frauengruppe „Sauerteig“ hatte die feierliche Veranstaltung vorbereitet und eifrig nach slowenischen Rezepten Süßes und Herzhaftes gebacken. Ein großer Gewürzkuchen in Herzform, Quarkhörnchen und Ziegenkäse-Strudel sowie Weintrauben warteten im warmen Kerzenschein darauf, verspeist zu werden. Duftende Rosmarinzweige, ein Kreuz und ein geklöppelter Engel im Bilderrahmen komplettierten den Augenschmaus.

Zuerst stellten die Frauen das kleine Land mit gerade einmal zwei Millionen Einwohnern vor. Das Land gelte als „Aushängeschild für Wohlstand“ und hat viele Naturschönheiten zu bieten, hieß es von den Frauen von „Sauerteig“. Die Farben der Flagge – Blau, Rot und Weiß – fanden sich ebenfalls in der Tischdekoration wieder. Die Lieder des Gottesdiensts aus Slowenien, die mittels CD-Player eingespielt wurden, zeichneten sich durch heitere Melodien aus, die schnell ins Ohr gingen und begeistert mitgesungen wurden. Das Gemälde zum Weltgebetstag stammte von der fast blinden Künstlerin Rezka Arnus und zeigt eine gedeckte Tafel, an der ganz unterschiedliche Menschen zusammenkommen: Paare, Kranke, Arme, Familien und Einsame. So hieß es dann auch im Ruf zum Gebet: „Einladender Gott. In deiner Liebe hast du für alle den Tisch gedeckt. Du lädst uns ein, unsere Herzen und unsere Türen zu öffnen und denen einen Platz anzubieten, die noch nicht am Tisch sitzen.“

In verteilten Rollen kamen dann slowenische Frauen „zu Wort“, die von ihrem Leben berichteten. So erzählte „Marjeta“ von einer Zeit, als Slowenien ein sozialistisch-kommunistischer Staat war und religiöse Menschen – wie sie selbst – als Bürger zweiter Klasse galten. Da sie aus diesem Grund kein Stipendium oder andere finanzielle Mittel für ein Studium erhielt, ging sie als Gastarbeiterin in die Schweiz. Als sie und ihr Mann in Rente gingen, kehrten sie in ihre Heimat und in ihre ursprüngliche Kirchengemeinde zurück. Ihr Glück darüber teile sie nun mit anderen, indem sie sich beispielsweise ehrenamtlich für den Weltgebetstag engagiere.

Mit der Kollekte werden weltweit mehr als 100 Projekte unterstützt, die Frauen und Kinder stärken. „Unsere Vision ist eine Welt, in der alle Frauen selbstbestimmt leben können. Auf dem Weg dorthin brauchen wir ein Zeichen gelebter Solidarität“, sagte die Leiterin des Weltgebetstags-Gottesdiensts Ilona von Moller. Der ökumenische Frauenkreis „Sauerteig“ ist vor zehn Jahren aus der Vorbereitung zum Weltgebetstag entstanden. Die Gruppe trifft sich regelmäßig in der Glaubenskirche. Zum Programm gehören auch Vorträge und Ausflüge.

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