Öle mit geballter Heilkraft

Workshop der BKK-VBU mit Tanja Steeg zum Thema „Heuschnupfen“

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Einige Teilnehmer des Workshops beim Zusammenstellen eines Sprays aus reinen Ölen, das bei Heuschnupfen Linderung verschafft.

Wenn es draußen grünt und blüht, beginnt für Pollenallergiker eine harte Zeit: Die Nase läuft, die Schleimhäute sind geschwollen und die Augen jucken und tränen.

Fechenheim – Dass gegen die Heuschnupfen-Symptome im wahrsten Sinn des Wortes ein Kraut gewachsen ist, davon berichtete die ärztlich geprüfte Gesundheitsberaterin Tanja Steeg im kostenfreien Workshop „Heuschnupfen! Was tun?“, zu dem die in Fechenheim ansässige Krankenkasse BKK-VBU in die Veranstaltungsstätte Mainkurbahnhof eingeladen hatte.

Einige Teilnehmer hatten bereits am Workshop der BKK-VBU im vergangenen Herbst teilgenommen, bei dem Öle gegen Erkältung gemischt wurden und hatten gute Erfahrungen damit gemacht. „Wir sind erkältungsfrei durch den Winter gekommen“, war aus dem Publikum zu hören.

Tanja Steeg befasst sich seit rund sechs Jahren mit der Wirkung ätherischer Öle. Die eigene Autoimmunerkrankung spornte sie an, ein zweijähriges Medizinstudium mit Schwerpunkt Naturheilkunde zu absolvieren. Seitdem könne sie sich selbst helfen und möchte ihr Wissen gerne weitergeben. Steeg startete mit einem kleinen Exkurs in die Historie der Heilkräuter, mit denen Menschen bereits 3000 Jahre vor Christus behandelt wurden. In der heutigen Zeit spricht man von „Phytotherapie“, wenn es um Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten mithilfe von Pflanzen geht. Dazu können ganze Pflanzen, Auszüge oder Zubereitungen daraus verwendet werden – oder eben auch ätherische Öle, die bei der Veranstaltung im Mittelpunkt standen.

Frankfurt Fechenheim: Workshop zum Thema „Heuschnupfen“

Die Gesundheitsberaterin führte aus, wie Heuschnupfen entsteht – wie sich vom Immunsystem selbst gebildete Antikörper an sogenannten Mastzellen heften, die dann, sobald Pollen in den Körper gelangen und sich an die Antikörper andocken, Reizstoffe, sogenannte Histamine, ausschütten. Diese sorgen dann für die typischen Heuschnupfen-Symptome. „Eigentlich sind das entzündliche Reaktionen“, erklärte Steeg.

Bei Heuschnupfen gibt es verschiedene Behandlungsmethoden. Zum Beispiel die Gabe von Antihistaminika, die die Histamine in den Schleimhautzellen blockieren. Diese Medikamente haben laut Steeg häufig unangenehme Nebenwirkungen wie Müdigkeit und brauchen lange, bis sie wirken. Des Weiteren wird in der Schulmedizin auch die Hyposensibilisierung angewandt, bei der eine permanente Gewöhnung des Körpers an Pollen vorgenommen wird. „Es ist ein langwieriger Prozess“, sagte die Expertin. Viel schneller und ohne Nebenwirkungen würden ätherische Öle wirken, erläuterte sie. Während sie anschaulich von der Gewinnung dieser Öle aus den Pflanzen mittels Wasserdampfdestillation berichtete, durfte das Publikum an naturreinen Ölen der Zeder, Zypresse und der Manuka-Blüte riechen. In den Ölen liege die geballte Kraft aus der Pflanze, mit der sich diese zum Beispiel gegen Fraßfeinde und Parasiten wehrt. Deswegen seien die Öle auch ein medizinisch hochwirksames Produkt, das es durchaus auch mit multiresistenten Keimen aufnehmen könne.

Im anschließenden Workshop stellten die Teilnehmer aus den genannten ätherischen Ölen, Alkohol und Lavendelwasser ein Spray her, das mehrmals täglich auf das Gesicht und sogar in den Rachen gesprüht werden kann. Damit sollen die Heuschnupfen-Symptome innerhalb von 15 Minuten verschwunden sein. Zudem gab Steeg noch Tipps, wie Allergiker ihre Darmflora – den Sitz des Immunsystems – unterstützen können: Ballaststoffreich essen, zum Beispiel Kartoffeln, und auch mal auf Nahrung mit Gluten und Laktose verzichten, denn „eine Allergie entsteht durch ein ,zuviel von’“, sagte Steeg.

(sh)

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