Pfefferminztee statt Glyphosat?

Schüler der Schule am Mainbogen gewinnen den Schulpreis bei „Jugend forscht“

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Miray-Sara Sen (links) und Josephine Bastian experimentierten bei „Jugend forscht“ mit Kresse und Sud aus Pfefferminzblättern als Gießwasser – mit erstaunlichen Ergebnissen.

Große Freude bei den von MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) begeisterten Schülern der Schule am Mainbogen: Beim 55. Regional-Entscheid des renommierten Nachwuchswettbewerbs „Jugend forscht“ im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt gewannen sie den Schulpreis.

Fechenheim – Der Wettbewerb „Jugend forscht“ ist der Talentfindung und Talentförderung in den naturwissenschaftlichen Fächern Biologie, Chemie und Physik sowie Mathematik, Informatik und Technik gewidmet. 59 Schüler mit 28 Einzelprojekten präsentierten im Senckenbergmuseum ihre Forschungsergebnisse der Jury und der Öffentlichkeit. Darunter waren auch sechs Jugendliche der Schule am Mainbogen, die sich den fachkundigen und kritischen Fragen der Jury stellten. Sie gehören der Arbeitsgemeinschaft „Jugend forscht“ an, die vor Jahren neu ins Leben gerufen worden war.

Die an der Schule am Mainbogen stark im Ausbau befindliche Förderstruktur für MINT-Fächer wurde am Ende der Preisverleihung mit dem Schulpreis in Höhe von 1000 Euro belohnt, den Matthias Helb als Leiter der AG entgegennehmen durfte.

In der Junior-Sparte „Schüler experimentieren“ (Schüler bis 14 Jahre) traten Talha Genc und Luca Cacia (beide 6d) mit ihrer Frage „Wie züchtet man die größten Kristalle?“ im Fachgebiet Chemie an. Sie untersuchten, unter welchen Bedingungen besonders große Kristalle gezüchtet werden können. Dazu setzten sie verschiedene Mischungen von Zuckern und Salzen in unterschiedlichen Konzentrationen an und protokollierten ihre Ergebnisse. Sie wurden mit mehreren Freikarten für das Experiminta Science Center Frankfurt und wie alle Teilnehmer mit einem Geschenk des Senckenbergmuseums ausgezeichnet.

Frankfurt Fechenheim: Schüler aus der Schule am Mainbogen gewinnen bei „Jugend forscht“

Malik Sani und Zesan Hossain (beide 6c) griffen in ihrer Biologie-Arbeit den Nachhaltigkeits-Gedanken in Bezug auf häusliche Abfälle auf. Sie verfolgten die Frage: „Schlummern in unserem Biomüll unerkannte Dünger?“ Dazu nutzten sie Kaffeepulver aus dem Lehrerzimmer, ausgekochte Pfefferminztee-Beutel, Bananen- und Kartoffelschalen, um diese Abfälle in unterschiedlichen Mengenverhältnissen als Nährmedien für Kressesamen auszutesten. Leider stellte sich auf manchen Nährböden sehr schnell Schimmel ein. Andere Versuchsansätze wirkten wiederum eher keimungshemmend. Neue zukünftige Experimente sollen näheren Aufschluss über diese Stoffe liefern. Auch dieses Forscher-Team wurden von der Jury mit einem Geschenk des Senckenbergmuseums sowie einem Jahresabonnement der Zeitschrift „Geolino“ geehrt.

Wie beeinflusst Juglon das Wachstum von Pflanzen? Josephine Bastian und Miray-Sara Sen (beide 7a) testeten diesen speziellen Inhaltsstoff aus Walnussblättern, der das Wachstum von Keimlingen stören oder sogar aufhalten kann, als mögliche Alternative zu Unkrautvernichtern wie Glyphosat. Dazu sammelten sie Blätter, kochten diese aus und stellten eine elfstufige Verdünnungsreihe her. Mit diesen unterschiedlichen Konzentrationen wurden Zucht-Experimente an Kressesamen umgesetzt. Täglich maßen die Nachwuchsforscherinnen die Keimungsrate und – sofern vorhanden – das Wachstum der Keimlinge.

Frankfurt Fechenheim: Untersuchungen mit dem Sud von Pfefferminzblättern

Unerklärliche Wachstumsraten einzelner Versuchsansätze führten dazu, dass Josephine Bastian und Miray-Sara Sen ihre Untersuchungen mit dem Sud von Pfefferminzblättern wiederholten. Dessen keimungshemmende Wirkung hatten Malik Sani und Zesan Hossain in ihren Experimenten beobachten können. Und tatsächlich: Wurden Kressesamen mit hohen Konzentrationen von Pfefferminztee gegossen, so unterblieb jegliche Keimung. Für ihre umfangreichen, sehr präzise erfassten Meßreihen und die professionelle Präsentation wurden die beiden Jungforscherinnen von der Jury mit dem zweiten Preis (60 Euro) im Fachgebiet Biologie (Sparte „Schüler experimentieren“) ausgezeichnet.

AG-Leiter Matthias Helb wurde von der gesamten Jury der mit 100 Euro dotierte „Sonderpreis für engagierte Talentförderer“ zugesprochen. Großer Jubel brach los, als direkt danach der Preisträger des Schulpreises (Stifter: CTS Gruppen- und Studienreisen GmbH) bekannt gegeben wurde: Die Schule am Mainbogen wurde „für das besondere Engagement zur Förderung mathematisch, naturwissenschaftlich und technisch interessierter Schüler im Rahmen des Wettbewerbs Jugend forscht“ mit einer Preissumme in Höhe von 1000 Euro geehrt.

Die Jugend forscht-AG findet in diesem Schuljahr immer freitags von 13.45 bis 15.15 Uhr statt. Neue Teilnehmer sämtlicher Jahrgangsstufen sind jederzeit willkommen.

(red)

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