Ein Hexenkessel zum Wohlfühlen

„Die Hemdeklunkis“ lassen es zur 25. Damensitzung ordentlich krachen

+
Bühnenprogramm mit Köpfchen: Die Damensitzung der „Hemdeklunkis“ steckt immer voller Überraschungen.

„Jetzt runter da, es geht los!“ Energisch schiebt Dieter Jekel „Reporter“ und „Fotograf“ des Fechenheimer Anzeigers von der Bühne.

Fechenheim –  Zu „Wild Boys“ verlassen sie das Podest und machen Platz für die „Klunkiperlen“, die vorwitzig ihre Köpfe durch Schlitze im Vorhang stecken.

Sitzungspräsidentin Beate Backhaus begrüßt im roten Glitzerkleid und mit roten High Heels die rund 150 Damen zu „Girls just want to have Fun“ – so das Motto der Sitzung. „Seit 25 Jahren feiern wir unsere Damensitzung im Vereinsheim der Kaninchenzüchter, es ist ein Hexenkessel mit Wohnzimmeratmosphäre, harten Bänken, Nikotin und immer super Stimmung“, sagt Backhaus, die sich mit diesem Jubiläum als Sitzungspräsidentin verabschiedet. Das Publikum bedauert diese Entscheidung lautstark. Dann tritt die Juniorengarde der Sachsenhäuser Karneval-Gesellschaft mit sechs Tänzerinnen und einem Tänzer auf.

Die Familie Jekel ist mit drei Frauengenerationen – Oma, Mutter und Enkelin – vertreten. Mutter Irene im Abendkleid und Tochter Sabrina im Sportoutfit stehen sich gegenüber. Was jetzt? Die Tochter hat die Rede vergessen! Stattdessen werden Ereignisse aus ihrer Kindheit erzählt: Höchststrafe.

Mit bayerischen Tänzen bringen die „Klunkiperlen“ eine Mordsgaudi in den Saal. Foto: jf

Eine Marianne-Rosenberg-Parodie mit Petra Czoik, Manuela Höhn und Marion Doll (als Mann) erinnert an viele Lieder der bekannten Sängerin. Die meisten Zuschauerinnen singen mit. Im Anschluss kommt Sängerin Silke auf die Bühne, singt unter anderem „Regenbogenfarben“ und „Du hast mich tausendmal belogen“. Sie bekommt viel Beifall. Mit dem Märchen „Aschenputtel“ haben sich eine Erzählerin (Monika Reid), zwei „böse Schwestern“ (Manuela Höhn und Petra Schubert), ein schöner Prinz (Regina Schiecke), Aschenputtel (Irene Jekel) und eine gute Fee (Elke Pohl) beschäftigt und es in einer adaptierten Version auf die Bühne oder vielmehr hinter den Vorhang gebracht. Mit minimalen Aussagen, darunter vielen „Okay“ tauchen die Köpfe immer abwechselnd auf und sorgen für viel Gelächter.

Fechenheim: Damensitzung lässt es ordentlich krachen

Backhaus kündigt „einen Knaller“ an: Der akrobatische Tänzer Marcel Lipphardt begeistert mit seinem Solo. Beate Backhaus, vorher „Lady in Red“, hat sich in der Pause in einen bayrischen Burschen in Lederhosen verwandelt. Mit den „Klunkiperlen“ tanzt sie zu „Rock mi heit nacht“. Weitere Lieder und Tänze aus Bayern und Tirol stecken das Publikum an. Friederike (Nicole Göbel) im Obelix-Outfit erobert mit einem gekonnt vorgetragenen „All about that Bass“ die Damenrunde. Auch bei einem etwas abgewandelten „Ich will keine Schokolade“ singen viele mit. Bei der Zugabe „I Will Survive“ hält es dann keine mehr auf der Bank.

Anderes Thema: Regina Schiecke in schwarzem, kurzem Lacklederkleid und mit langer Peitsche erzählt aus dem Leben einer Domina. Weiter auf Seite 3.

Fechenheim: Damensitzung bringt den Saal zum Kochen

Dann sind wieder die Männer dran: Die „Fantastics“ der Hemdeklunkis fliegen im Goldfolienanzug durch unendliche Weiten des Alls, treffen auf grün maskierte Marsmännchen und verwandeln sich schließlich in die Men in Black. Trainiert wird die Truppe von Irene und Sabrina Jekel.

Getanzt wird auch beim nächsten Programmpunkt, und zwar zu Musicalmelodien.

„Der letzte Kunde“ ist eine aufwendig in Szene gesetzte Variante des Liedes der Gruppe Silly.

Tarabas van Luk versetzt mit seiner Gesamtgröße von 2,15 Metern (inklusive Plateau High Heels) die Damenwelt in Verzückung – nun gibts wirklich kein Halten mehr, die Mädels stehen auf Bänken und Tischen und jubeln. „Ich komme immer wieder gerne zu euch, es ist süß“, sagt der Travestie-Star und wirft Kusshände in die Menge.

Der Auftritt der Funkenspritzer zum Abschluss bringt den kleinen Saal endgültig zum Kochen. So sieht eine gelungene Jubiläumsdamensitzung der Hemdeklunkis aus.

(jf)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare