Ein Rucksack voller Paragrafen

Aktion für Kinderrechte: Viele Kinder wissen nicht, dass sie Rechte haben 

Auf der langen Papierrolle stehen die Rechte der UN-Kinderrechtskonvention. Foto: zjs
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Auf der langen Papierrolle stehen die Rechte der UN-Kinderrechtskonvention.

In der Schulbibliothek der Fechenheimer Freiligrathschule an der Fachfeldstraße stellte sich ein Kooperationsprojekt des Frankfurter Kinderbüros und der Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle (sba) vor, das sich mit seiner stadtweiten Kampagne „Stadt der Kinder“ grundlegend für die Rechte der Kinder in Frankfurt einsetzt.

Fechenheim –  „Kinder sollen wissen, dass sie Rechte haben und diese kennen – und wir sind dafür da, dass sie umgesetzt werden“, sagte Thomas Ziegler vom Frankfurter Kinderbüro und stellvertretender Amtsleiter, der gemeinsam mit Kollegin Barbara Scharf in die Schule gekommen war. .

Dort waren Hanke Sühl, Irene Säckel und Maria-Theresia Marx von der sba zu Gast und hatten schon mal etwas vorbereitet – wie den Bücher-Rucksack. „Die Lehrkräfte können den Rucksack kostenlos bestellen und den Inhalt so lange verwenden, wie sie ihn für den Unterricht benötigen“, sagte Maria-Theresia Marx. Das Praktische ist, dass die Rucksäcke zur Schule gebracht und abgeholt werden, die Lehrer müssen sich also nicht um den Transport kümmern, das übernimmt die sba.

Frankfurt (Fechenheim): Kooperationsprojekt des Kinderbüros und der sba

Im Rucksack stecken insgesamt 45 Bücher, Spiele, CDs und andere Medien zu verschiedenen Unterrichtsthemen. Da gibt es den Bauernhof, Indianer oder den Körper sowie Ritter und Burgen, aber auch Infos zu Frankfurt und Fußball. Inzwischen sind die Kinder der Klasse 3 b mit ihrer Lehrerin Barbara Netzel-Wappelt erschienen und haben sich jeder einen Platz gesucht. Vor ihnen aufgebaut ist ein Kamishibai, ein japanisches Papiertheater, mit dessen Hilfe den Kindern erklärt wird, was ihre Rechte sind. Anhand von Bildern erarbeiten die Mädchen und Jungen gemeinsam mit Maria-Theresia Marx das eine oder andere Recht. „Was erkennt ihr auf dem Bild?“, fragt die Pädagogin und erst zögerlich, doch dann immer selbstbewusster kommen die Antworten aus den Reihen.

Fechenheim: Kinder lernen ihre Rechte kennen

Die Kinder lernen, dass sie Geheimnisse wie in einem Tagebuch bewahren dürfen und niemand das Recht hat, sie zu schlagen. Vielen der Kinder ist nicht bewusst, dass sie überhaupt Rechte haben, weshalb zur besseren Ansicht eine Papierrolle mit den 54 Rechten der UN-Kinderrechtskonvention diese aufzeigt. Interessant, doch wer soll sich das merken? Deshalb erhält jedes Kind eine kleine Broschüre „Meine Rechte!“, worin alle wichtigen Regeln aufgeschrieben und bebildert sind.

Frankfurt sieht sich als „Stadt der Kinder“ und hat deshalb in der letzten Woche im Mai rund 130 Veranstaltungen geplant, die den Kindern aufzeigen sollen, dass sie Rechte haben und an wen sie sich wenden können, wenn mal was schiefläuft. Natürlich ist das Frankfurter Kinderbüro in der Schleiermacherstraße 7 immer als Ansprechpartner für die Kinder da, entweder unter Z 069 21239001 oder per E-Mail an kinderbuero@stadt-frankfurt.de.

(zjs)

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