Wichtiges Wissen für den Notfall

BKK-VBU vermittelt richtigen Umgang bei der Herzdruckmassage

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Rainer Faust vom Malteser Hilfsdienst erklärt beim Kurs der BKK-VBU, an welchem Punkt am Brustkorb das Drücken bei der Herzdruckmassage erfolgen sollte.

Die Krankenkasse BKK-VBU in der Hanauer Landstraße 523 in Fechenheim hat in ihrem Service Center im Jade-Haus einen Kurs unter dem Motto „Mehr wissen im Notfall“ angeboten.

Fechenheim –  Mehr als 20 Teilnehmer waren in den vierten Stock des Gebäudes gekommen, um sich mit einer Materie zu beschäftigen, die gerne in Vergessenheit gerät.

„Wann haben Sie den letzten Erste-Hilfe-Kurs absolviert?“, fragte deshalb gleich zu Beginn Ausbilder Rainer Faust aus Obertshausen in die Runde. Die meisten mussten sich eingestehen, dass es wohl beim Führerscheinerwerb war. Der in Notfallsituationen erfahrene Geschäftsführer vom Malteser Hilfsdienst Stadt und Kreis Offenbach kennt diese Antworten und weiß: Dort ist er richtig. Er wiederholt eine bekannte Weisheit, die jeder schon gehört hat: „Entscheidend ist, dass man etwas tut, bevor man überhaupt nichts macht“, erklärt Faust und erntet zustimmendes Nicken. Jeder, der in eine Situation gerät, in der ein Mensch eine Herzdruckmassage benötigt, steht erst einmal unter Strom. Das Adrenalin flutet den Körper und es ist schwer, einen klaren Gedanken zu fassen. Dabei könne es schon mal vorkommen, dass man die Notrufnummer vergisst, die eigentlich jedes Kind kennt. Es ist die 112 für die Rettungsleitstelle, denn bei der 110 kommt die Polizei. „In Deutschland erleiden jährlich 40.000 bis 60.000 Menschen pro Jahr einen Herzstillstand, von denen zehn bis 20 Prozent die Klinik lebend verlassen“, erklärt Faust eine Statistik. Eine Herzdruckmassage verdreifacht die Überlebensrate.

Frankfurt Fechenheim: Kurs soll die Angst nehmen, im Notfall etwas zu machen

Erste-Hilfe-Ausbilderin Claudia Schlöffel hat sich neben eine der vier im Raum liegenden Plastikkörper gekniet und erläutert den Rettungsdreiklang „Prüfen-Rufen-Drücken“. Wofür die Ausbilder sich Zeit nehmen, spielt sich im Notfall in Sekunden ab, weswegen die Abläufe immer vielfach geübt und wiederholt werden. „Das Drücken auf den Brustkorb muss ungefähr 100 bis 120 Mal pro Minute erfolgen, wobei der Brustkorb fünf bis sechs Zentimeter zwischen Be- und Entastung eingedrückt werden sollte“, erklärt die Fachfrau. Der Patient sollte auf einem harten Untergrund liegen, also nicht auf einer Matratze. Sollten mehrere Personen anwesend sein, ist es hilfreich, wenn der Hauptakteur Aufgaben verteilt, damit nicht alle hilflos herumstehen. Eine Decke holen, den Notruf wählen oder auch beim Drücken ablösen, denn das ist eine anstrengende Aufgabe.

Davon konnten sich die Teilnehmer im Anschluss selbst überzeugen, denn jeder durfte die Technik an einer der Puppen ausprobieren. Die Veranstaltung kam gut bei den Besuchern an, vermittelte wichtiges Wissen und Rainer Faust wiederholte zum Schluss: „Wenn der Notfall eintritt, werden Sie erkennen, dass sie keine Angst haben müssen, etwas falsch zu machen. Das passiert nur, wenn Sie nichts machen.“

(zjs)

In der ungefähren Mitte zwischen Fechenheim und Seckbach, beim Bier-Hannes in der Gaststätte „Zur Mainkur“, trafen sich die Mitglieder des CDU Stadtbezirksverbands Frankfurt Ost zum Heringsessen.

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