Faszinierende Faszien

Informationsabend mit der BKK-VBU

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Uta Gotschlich verdeutlicht: Wenn der Kopf nur einen Zentimeter nach vorne geneigt wird, muss die Nackenmuskulatur zehn Kilo halten – das Gewicht entspricht zehn Milchkartons, die Jochen Hirchenheim von der BKK-VBU auf den Armen balanciert.

Fechenheim (sh) – Auf den eigenen Körper achten, ihn wahrnehmen, Körper und Geist als Ganzes verstehen und dabei Neues entdecken – darauf kommt es Pilates-Trainerin Uta Gotschlich an, die im Veranstaltungsraum des Mainkur-Bahnhofs über das Thema „Rücken – Schulter – Nacken“ sprach.

Eingeladen zu dem Vortrag hatte die in Fechenheim ansässige Krankenkasse BKK-VBU. Das Interesse an dem Thema war groß. Viele Teilnehmer berichteten, selbst von Verspannungen oder gar Bandscheibenvorfällen betroffen zu sein. Mit Übungen zum Mitmachen und anschaulichen Beispielen wurde es ein Vortrag mit Erlebnischarakter. Vielen im Publikum war nicht bewusst, dass sich das Gewicht des menschlichen Kopfes – der wiegt im Schnitt rund fünf Kilo – verdoppelt, wenn man ihn nur einen Zentimeter nach vorne neigt, um beispielsweise auf das Mobiltelefon zu schauen. Satte zehn Kilo muss dann die Nackenmuskulatur aushalten. Um diese Menge zu verdeutlichen, packte Uta Gotschlich einem Freiwilligen aus dem Publikum zehn volle Milchkartons auf die Arme. Das Bild hinterließ einen bleibenden Eindruck bei den Teilnehmern.

Kleine Übungen – wie das Hochziehen und bewusste Lockerlassen der Schultern beim Ausatmen, entspannende kreisende Bewegungen des Kiefers und sanftes Drücken mit den Händen auf den Nacken – wurden gerne mitgemacht. Danach kam die Frage: „Fühlt sich jetzt etwas anders an?“ Denn wesentliche Bestandteile der Übungen seien das Nachspüren und Wahrnehmen, erklärte Gotschlich.

Großes Thema des Vortrags waren die Faszien – ein sehr reißfestes und dehnbares Gewebe, das die Muskeln voneinander abtrennt. Gotschlich erklärte, dass die fasziale Verbindung im menschlichen Körper von den Füßen über Wade, Oberschenkel und Rücken bis zwischen die Augenbrauen reiche. In einer abschließenden Übung versuchten die Teilnehmer zunächst, sich mit fast durchgestreckten Knien so weit wie möglich vorzubeugen. Danach rollten die Besucher erst mit dem Fußballen über einen quer auf dem Boden liegenden Kugelschreiber und später mit der Ferse. Im Anschluss beugten sie sich erneut nach vorne. Die meisten kamen weiter herunter als vorher.

„Mit dem Kugelschreiber haben wir das alte Wasser aus dem Fasziengewebe herausgedrückt wie aus einem Schwamm. Neues Wasser kann einströmen. Das nennt man Restrukturierungsprozess. Durch diesen wird die Faszienverbindung wieder länger“, klärte Gotschlich auf. Statt eines Kugelschreibers kommt normalerweise eine Faszienrolle zum Einsatz, über die man mit der gesamten Fußbreite rollt. Stress, Anspannung, aber auch Nichtstun und sogar gleichbleibende Bewegungen über einen längeren Zeitraum wie beim Wandern oder Radfahren verkürzen die Faszien. Gezielte Übungen schaffen dann Abhilfe.

Mit einem guten Gefühl machten sich die Teilnehmer nach dem Informationsabend auf den Nachhauseweg und nahmen die kleinen Übungen als Anregungen mit. Mehr zur Referentin Uta Gotschlich gibt es unter www.premiumpilates.de, die BKK-VBU ist im Internet unter www.meine-krankenkasse.de zu finden.

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