Zukunft Fechenheim nimmt ÖPNV ins Visier

Erstes Stadtteilgespräch

Viele Fechenheimer fühlen sich abgehängt. Der Wunsch nach einer Verlängerung der Linie 12 zur Schießhüttenstraße ist groß. Foto: sh

Fechenheim (sh) – Der Verein Zukunft Fechenheim hat sich auf die Fahnen geschrieben, Probleme im Stadtteil anzugehen.

Um Fechenheimern die Möglichkeit zu geben, sich zu bestimmten Themen zu äußern, hat der Verein das Stadtteilgespräch ins Leben gerufen, das seine Premiere in den Räumen des Begegnungs- und Servicezentrums des Frankfurter Verbands hatte. Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) war das Thema des Abends. Rede und Antwort standen dem Publikum Hartwig Meier, Bereichsleiter Planung Nahverkehrsangebot von Traffiq, und Wolfgang Siefert, Vorsitzender des Verkehrsausschusses in der Stadtverordnetenversammlung.

Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, ihrem Unmut Luft zu machen: Fechenheim sei abgehängt, hieß es da. Die Straßenbahnlinie 11 brauche viel zu lange, um in die Innenstadt zu fahren, die Züge von der Mainkur zum Südbahnhof seien unpünktlich und überfüllt, die Buslinien 44 und 551 nicht dicht genug getaktet und zeitlich nicht auf die Bahnen abgestimmt, kritisierten die Anwesenden. Die Wege aus Fechenheim hinaus seien tagsüber noch planbar, aber die Rückwege seien – vor allem am späteren Abend – oft problematisch.

Neben den Kritikpunkten unterbreitete das Publikum den Verkehrsexperten konkrete Vorschläge. Zum Beispiel, jede zweite Straßenbahnlinie 12 nicht an der Hugo-Junkers-Straße enden zu lassen, sondern bis zur Schießhüttenstraße weiterzuführen. „So könnte man von dort zur Eissporthalle oder nach Bornheim fahren, wo wiederum Umstiegsmöglichkeiten in die U-Bahn Richtung Innenstadt bestehen“, sagte Gunhild Graf. Meier führte ins Feld, dass man alternativ mit der Linie 11 bis Ostbahnhof fahren und dort in die U-Bahn steigen könne. „Das dauert zu lange“, war sich das Publikum einig. Was das Tempo der Straßenbahnen angehe, so wolle man sich das Beschleunigungspotenzial der Linie 11 anschauen, sagte Meier. Mittels Ampelschaltungen könne erzielt werden, dass die Straßenbahnen schneller fahren, allerdings seien dabei auch Fußgänger- und Radfahreraspekte zu berücksichtigen, sagte Meier. Die Idee, Bahnen der Linie 12 bis zur Schießhüttenstraße fahren zu lassen, sei überlegenswert, sagte Siefert, allerdings würde dies bedeuten, dass dann aufgrund der Kapazität der Wendeanlage an der Endhaltestelle nicht mehr jede Linie 11 bis zur Schießhüttenstraße fahren könne.

Den Vorschlag, die Buslinie 44 über die Endhaltestelle „Friedhof Fechenheim“ hinaus über das Gewerbegebiet bis in die Nähe der Carl-Ulrich-Brücke fahren zu lassen und dabei auch die vorhandenen Haltestellen der Buslinie 41 zu nutzen, wurde von Meier und Siefert registriert.

Eine dichtere Taktung der Buslinie 551 betrachteten die Experten als schwierig, da dieser die mehrere Landkreise umfassende Strecke Gravenbruch – Bad Vilbel bediene. Hinzu komme ein gravierendes Problem: Personalmangel beim ÖPNV. „Es gibt ein Fachpersonalproblem. Es fehlen nicht nur Fahrer, auch Gutachter und Planer. Das sind die Auswirkungen, dass lange an der Personalschraube gedreht wurde“, erklärte Meier.

Ein Lichtblick für Fechenheim soll die nordmainische S-Bahn werden. Bis die in Betrieb geht, dauert es allerdings noch eine Weile. „In diesem Jahr soll der Planfeststellungsbeschluss kommen. Die Bauzeit nach dem Planfeststellungsbeschluss beträgt dann rund sieben Jahre. Diese Linie wird Fechenheim eine deutliche Verbesserung bringen“, versprach Siefert. Im Zuge der „Nordmainischen“ wird es dann auch ein neues Busnetz geben.

Der Vorsitzende des Vereins Zukunft Fechenheim Armin Burger-Adler war mit dem ersten Stadtteilgespräch und dem konstruktiven Austausch sehr zufrieden. Nach der Sommerpause wird es mit diesem Format weitergehen: Im September wird ein Bürgerhaus für Fechenheim im Fokus der Diskussion stehen und im Oktober geht es dann um neue Chemiestandorte im Stadtteil.

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