Großer Andrang beim Stadtteilgespräch von „Zukunft Fechenheim“

Eine Lösung muss her

Die Fechenheimer sind in Sorge um die Zukunft des Gebäudes der TSG Fechenheim. Foto: sh

Fechenheim (sh) – Der Andrang im Begegnungs- und Servicezentrum des Frankfurter Verbands war enorm. Der Verein „Zukunft Fechenheim“ hatte dorthin zum Stadtteilgespräch mit dem Titel „Neues soziales Zentrum“ eingeladen.

Unter anderem sollte es dabei um die ungewisse Zukunft der renovierungsbedürftigen TSG-Halle gehen – Fechenheims einzige Lokalität, die genügend Raum für große Veranstaltungen bietet und Heimat mehrerer Fechenheimer Vereine neben der TSG ist.

Ursache für die Verunsicherung sind die langwierigen Vertragsverhandlungen zwischen der TSG Fechenheim als Eigentümerin des Gebäudes und der Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Frankfurt ABG Holding GmbH als Pächterin. Die TSG nutzt die Halle für den Sportbetrieb, die Saalbau – eine Tochter der ABG – vermietet den Saal für Veranstaltungen.

Der 1978 geschlossene Erbbaurechtsvertrag endet am 30. Mai 2020. Die Option einer Verlängerung des Vertrags um weitere zehn Jahre sei nicht genutzt worden, wie Armin Burger-Adler, Vorsitzender von „Zukunft Fechenheim“, erläuterte. Offenbar haben beide Vertragspartner das Bedürfnis nach Planungssicherheit, konnten sich aber bisher nicht auf einen Konsens einigen. „Es liegt einiges im Argen“, sagte Burger-Adler und sprach von Verletzungen, die das gegenseitige Vertrauen der Vertragspartner strapaziert hätten.

Burger-Adler betonte gleich zu Beginn der Diskussion, dass an diesem Abend keine Lösung präsentiert werde. Gezeigt hat die Zusammenkunft aber deutlich, dass den Fechenheimern ihre TSG-Halle nicht egal ist. Neben interessierten Bürgern, wichtigen Akteuren wie Ortsvorsteher Werner Skrypalle (SPD) waren auch zahlreiche Vereinsvertreter gekommen, die um ihr „Zuhause“ fürchten.

„Seit drei Jahren wird im Kreis diskutiert. Der Vertrag muss unterschrieben werden, dann können immer noch Forderungen gestellt werden. Das ist doch hier kein Brexit“, machte Gerd Göbel seinem Ärger Luft. Sein Kegelklub nutzt regelmäßig die Kegelbahn im Keller des TSG-Gebäudes. Auch TSG-Mitglied Dieter Haupt unterstrich die Dringlichkeit, eine Einigung zu erzielen. Seiner Meinung nach sollten bei den Verhandlungen der Erbbaurechtsvertrag und die erforderlichen Ertüchtigungsmaßnahmen für die Halle getrennt voneinander betrachtet werden.

Ein großes Problem – und nach Burger-Adlers Ansicht mit ein Grund für das angeschlagene Vertrauensverhältnis zwischen TSG und ABG – ist der Verlust der Gaststätte. Seit diese entfernt wurde, klafft an ihrer Stelle eine triste, leere Baustelle. „Bei unseren Karneval-Sitzungen müssen wir den Bereich mit einem Zelt verdecken, damit dort überhaupt eine kleine Bewirtung möglich ist“, sagte Gunther Reis von den „Hemdeklunkis“ was Manfred Köhler von der „Schwarzen Elf“ bestätigte.

Einen kleinen Hoffnungsschimmer hielt Burger-Adler für die Anwesenden bereit: Der Turnverein in Birkenfeld im Hunsrück sei in einer ähnlichen Situation gewesen wie die TSG Fechenheim. Auch dort habe der Sportverein die erforderliche Renovierung nicht finanzieren können und Auseinandersetzungen mit der Stadt habe es ebenfalls gegeben, erklärte Burger-Adler. Doch schließlich sei es gelungen, eine Multifunktionshalle, die je nach Nutzung Jahnturnhalle oder Stadthalle ist, zu realisieren. „In Sachen Gastronomie wurde dort ein gemeinnütziger Unterstützerverein gegründet, die Servicekräfte sind mit 450-Euro-Jobs beschäftigt. An Wochenenden wird die Halle vermietet“, erklärte Burger-Adler und sagte der TSG Fechenheim die Unterstützung seines Vereins „Zukunft Fechenheim“ zu, für die TSG-Halle ebenfalls eine Lösung zu finden.

Werden sich die ABG und TSG nicht einig und der Vertrag endet, behält die TSG zwar das Gebäude, verfügt aber ohne Pächter nicht über die notwendigen finanziellen Mittel, den Betrieb aufrecht zu erhalten.

Die TSG-Halle, da waren sich Burger-Adler und die zahlreichen Besucher einig, hat eine überaus wichtige Funktion für Fechenheim. „Zumal uns bei der Eingemeindung Fechenheims nach Frankfurt im Jahr 1928 von der Stadt drei Dinge zugesichert wurden: Die Anbindung an die Straßenbahn, das Gartenbad und ein Bürgerhaus“, sagte Burger-Adler.

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