Filmdreh-Workshop im Trickfilmland

Diebischer Elefant, die Polizei und Herr Meier

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Tierisches Filmset: Maximilian, Ansgar, Tessa und Elsa (von links) drehen einen Trickfilm über ein Ereignis im Zoo.

Fechenheim (jf) – Die Regale sind voll mit höchst unterschiedlichen Figuren und allen möglichen Accessoires. Ein Flugzeug ist dabei und das Sandmännchen, Häuser und Tiere, Pflanzen und Schiffe.

Drei Sets sind im Trickfilmland, dem Trickfilm-Studio in der Daimlerstraße 32 in Fechenheim, für einen Playmobil-Dreh-Workshop aufgebaut. Eine Zoolandschaft, ein mehrstöckiges Haus und eine Polizeistation. Scheinwerfer beleuchten die Szenen, Kameras sind ausgerichtet, Computer eingestellt. „Und Action!“ Nein, das ruft hier keiner, denn jedes Bild bedarf einer Korrektur in der Szene. Konzentration ist gefragt. Und nebenbei lernen die Kinder viele Tricks rund um die Filmarbeit mit Figuren. 1993 gehörte Thomas Schneider-Trumpp mit zu den Gründern von Scopas Medien. Das Trickfilmland als Teil des Unternehmens gibt es seit fünf Jahren. „Wir hatten viele Anfragen nach Workshops, boten schon immer Touren durch das Studio und Ausflüge an. Aber schließlich war es so viel, dass wir das Trickfilmland ins Leben riefen. Im Zentrum steht immer, die Kreativität zu fördern“, erzählt Schneider-Trumpp.

Beide Unternehmen laufen parallel. Schneider-Tumpp, der den Biologieunterricht bereits mit Zeitraffer-Aufnahmen von der Entwicklung einer Raupe bis zum Schmetterling bereicherte, wollte ursprünglich Lehrer werden, entschied sich aber dann für den Trickfilm. „Dabei hat mich ‚Sindbads siebente Reise’ besonders geprägt. Später habe ich den Drehbuchautor Ray Harryhausen, dessen Spezialeffekte mich beeindruckt hatten, sogar getroffen“, berichtet der Trickfilmer und Regisseur.

Verbrecher haben keine Chance – zumindest im Trickfilm: Florian, Jim, Kian und Ben (von links) an der Mini-Bühne „Polizeistation“.

Inzwischen hat ein Elefant am Zoo-Set die Kamera des Vaters geklaut. Esther Trumpp betreut Maximilian, Ansgar, Tessa und Elsa, berät, greift Vorschläge der Kinder auf und setzt sie gemeinsam mit ihnen um. „Es gibt zwar eine Geschichte, aber man kann sich dazu noch Tiere aussuchen und schon viel selbst machen“, sagt die neun Jahre alte Elsa, die zum ersten Mal im Trickfilmland ist. Sie hat sich gleich den Zoo ausgesucht, weil es ein großes und interessantes Set ist. „Manchmal muss man doll aufpassen. Vorhin zum Beispiel ist eine Obstfliege ins Bild gekommen. Das war nicht geplant.“ Passt aber irgendwie in den Zoo, also blieb sie im Film.

Der elf Jahre alte Florian kennt sich bereits aus und ist Feuer und Flamme für die Polizeistation, die zum ersten Mal aufgebaut wurde. „Ein Einbrecher, Herr Meier, musste während seines Einbruchs aufs Klo und wurde so ertappt. Polizei und Einbrecher rangen miteinander, er wurde zwar gefasst, konnte aber wieder fliehen.“ Zum Schluss geht alles gut aus – Einbrecher im Knast, Polizei siegreich.

Und im Zoo bekommt der Vater natürlich auch seine Kamera zurück, allerdings hat der Elefant zwischendurch ziemlich sonderbare Aufnahmen gemacht.

Die zehn Neun- bis 13-Jährigen sind begeistert von diesem Workshop, stecken mitten drin. „Wir geben zwar eine Rahmengeschichte vor, lassen den Kindern aber freien Raum. Sie schreiben die Dialoge selbst, sind sehr detailverliebt und haben witzige Ideen. Traurige Geschichten bleiben außen vor“, sagt Schneider-Trumpp. Die einzelnen Bildaufnahmen, die sofort am Laptop überprüft werden, machen die Kinder, ebenso sind sie für Geräusche und Filmmusik sowie Bearbeitung zuständig – das ist ganz schön viel an einem Tag. Am Ende des Workshops steht ein etwa einminütiger Film, auf den die Kids natürlich mächtig stolz sind.

Am Donnerstag, 8. August, steht der Filmdreh „Spuk im Schloss“ von neun bis 16 Uhr auf dem Programm, am Freitag, 9. August, gibt es zwischen 13.30 Uhr und 15 Uhr eine Backstage-Tour durch das Studio – Anmeldungen sind über die Internetseite www.trickfilmland.de möglich.

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