Klimafrühstück an der Konrad-Haenisch-Schule

Die Botschaft kommt an

Essen ist nicht nur gesund oder ungesund, sondern hat auch einen entsprechenden CO2-Fußabdruck. Die Schüler sollen dafür sensibilisiert werden. Foto: nma

Fechenheim (nma) – Wie klima(un)freundlich ist eigentlich ein Frühstück und ist es möglich, den eigenen CO2-Fußabdruck beim Einkaufen zu reduzieren, also klimafreundlicher einzukaufen? Dieser Frage gingen Schüler der Konrad-Haenisch-Schule in Fechenheim-Nord nach.

Dafür hatte Lehrerin Jessica Heil extra eine Expertin eingeladen.

Gerade ist das letzte der Referate zu Ende gegangen. Ernährungsexpertin Martina Schneider von der Bundesverbraucherzentrale will mit den Schülern der Klasse sieben nun noch einmal zusammenfassen, was diese seit dem Morgen gelernt haben. Denn in der Frühe hat sie bereits mit den Kindern gefrühstückt und verschiedene Nahrungsmittel auf deren CO2-Fußabdruck analysiert. In Kleingruppen durften sich die Schüler schließlich noch einmal genauer mit dem Thema beschäftigen und haben ihren Klassemkameraden beispielsweise vorgestellt, welche CO2-Vorgeschichte ein Stück Rindfleisch hat, bevor es auf dem Teller landet. Das fasst die Expertin nun noch einmal zusammen: „Rinder stoßen viel aus und fressen oft Soja, das weit transportiert werden muss“, beschreibt Schneider den Schülern. „Dafür wird außerdem Fläche gerodet, denn das Futter muss angebaut werden.“ Wer viel Rindfleisch ist, ist für einen hohen Kohlenstoffdioxid-Ausstoß verantwortlich, das haben die Kinder mitgenommen. Ihren vierstündigen Kurs möchte die Expertin nun zum Abschluss bringen, indem sie verschiedene Lebensmittel noch einmal einander gegenüberstellt. Und es zeichnet sich ab: „Salami, Butter oder Milch haben einen großen CO2-Fußabdruck. Bio-Brot oder Frischkäse sind um den Faktor sieben besser.“

Der Nebeneffekt einer solchen Ernährung liegt zudem auf der Hand, denn meist ist CO2-ärmer zu essen, ohnehin viel gesünder, erklärt sie. Die Botschaft scheint bei den Jugendlichen angekommen zu sein, denn in der Abschlussrunde erklären die Schüler: „Ich werde Fleisch als etwas sehr Besonderes ansehen“ oder „Ich möchte mir mehr gesundes Frühstück machen.“ Und auch Klassenlehrerin Jessica Heil kommt nicht um eine Antwort herum. „Ich denke, ich werde Ananas, Mango und Avocado öfter gegen einen Apfel oder eine Birne eintauschen.“ Schneider erwähnt: „Man kann diese Dinge essen, aber man muss das eben registrieren und bescheid wissen.“ Einen Saisonkalender bekommt jeder Schüler zum Abschluss, dann wird aufgeräumt.

Jessica Heil hat den Workshop mit Martina Schneider im Wahlpflichtfach zum Thema „Gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit“ organisiert. Zwei Mal pro Woche setzen sich Mädchen und Jungen in ihrem Kurs mit diesen Dingen auseinander. „Ich habe beobachtet, dass die Schüler sehr genau darauf achten, keinen Müll herumliegen zu lassen und weniger Einweg-Plastikverpackungen zu benutzen“, sagt Heil. Viele Schüler würden außerdem mit gesünderem Frühstück in die Schule kommen.

Der zwölf Jahre alte Kerem hat sich während des Workshops viele Gedanken darüber gemacht, wie er künftig seine Ernährung verändern will: „Ich hätte nicht gedacht, dass Rindfleisch so einen großen CO2-Fußabdruck hinterlässt, deshalb möchte ich darauf achten, weniger davon zu essen“, sagt er. „Außerdem werde ich mehr Wasser trinken und weniger Cola.“ Martina Schneider ist zufrieden mit den Schülern. Regelmäßig ist sie mit diesen Workshops an Schulen unterwegs. „Man kann selbst sehr viel tun“, das wolle sie den Schülern bei ihrer Arbeit vermitteln.

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