Blick in die Scherben

Vernissage „Zerbrechliche Künstler“ bei Katharina Rubin

+
Dem Thema „Zerbrechliche Künstler“ widmeten sich unterschiedliche Kunstschaffende. Die Ergebnisse sind im Atelier von Katharina Rubin (Vierte von links) in der Gründenseestraße 19 zu sehen.

Fechenheim (sh) – Die Künstlerin Katharina Rubin hat ihre aktuelle Ausstellung in ihrem Atelier „Katharinasart“ in der Gründenseestraße 19 unter den Titel „Zerbrechliche Künstler“ gestellt.

Sie selbst und eine Reihe Künstlerkollegen haben dieses Thema in Gemälden, Gedichten und Musik aufgegriffen und auf vielfältige Weise interpretiert. Katharina Rubins Portraits von Romy Schneider und Ernest Hemingway zeigen die beiden Berühmtheiten, wie sie sich in der Scherbe eines zerbrochenen Spiegels betrachten. Überwiegend in schwarz-weiß gehalten sind diese Gemälde, doch die Augen der beiden Persönlichkeiten leuchten in strahlendem Blau. „Romy Schneider ist an ihrer Beziehung mit Alain Delon zerbrochen, denn er konnte ihren Ruhm nicht ertragen“, erklärt Rubin. Außerdem habe sie unter ihrem Sissi-Image gelitten. Und Hemingway habe viel Neid und Konkurrenzdenken erfahren. „In den Portraits spiele ich mit der Idee, dass es sprichwörtlich Unglück bringt, wenn ein Spiegel zerbricht. Aber andererseits kann man sich selbst auch in der Scherbe sehen. In meinem Bild zeigt der gespiegelte Gesichtsausdruck Hemingways, dass er seinen Frieden gefunden hat“, erklärt die Künstlerin.

Sie selbst wäre ebenfalls fast zerbrochen, erzählt Rubin. Mit 37 Jahren hatte sie einen Schlaganfall. „Danach habe ich mein Leben komplett neu geordnet“, sagt sie. Damals habe sie sich entschieden, sich der Kunst zu widmen. Mit Erfolg, wie ihr Gemälde dazu „Phönix aus der Asche“ verdeutlicht. Ihr Atelier in Fechenheim hat sich inzwischen zu einem Künstlertreff entwickelt, in dem sich Kunstschaffende kennenlernen und verschiedene Genres zusammenkommen. Bei ihren Vernissagen verbinden sich Malerei, Poesie und Musik. Es ist aber nicht überall in der Kunstszene so harmonisch. „Es gibt Neider, die schlecht über andere Künstler reden. Man muss sich vor falschen Freunden in acht nehmen“, sagt Rubin. Das passende Bild dazu von Schafen, die sich in reißende Wölfe verwandeln, hat Jan-Malte Strijek beigesteuert.

Zur Vernissage begeisterten Flötistin Anke Meinberg und Percussionist Günter Bozem mit keltischer Musik, Poetin Tamara Labas mit Gedichten und Autorin Katja Hermann mit Prosatexten. Multitalent Elena Maxim zeigte mit ihrem Gemälde von einem durch das Tanzen geschundenen Fuß einer Ballerina einen weiteren Aspekt der Zerbrechlichkeit von Künstlern auf. Zudem brillierte die junge Frau an der Violine und im Gesangsduett mit Karina Locca, bei dem der Song „Shape of my Heart“ von Sting neu interpretiert wurde: Locca sang ihren Part samtig-soulige und Maxim ließ arienhafte Klänge ertönen.

Die Ausstellung „Zerbrechliche Künstler“ ist in den kommenden zwei Wochen in der Gründenseestraße 19 mittwochs, donnerstags und freitags von 16 bis 20 Uhr zu sehen sowie nach Vereinbarung unter 0151/23476280 und per E-Mail an daretdecor@gmx.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare