Kleines Konzert mit dem Duo Bohei begeistert Bewohner des Heinrich-Schleich-Hauses

Bekannte Melodien bringen Abwechslung

Das Duo Bohei bereitete den Bewohnern des Heinrich-Schleich-Hauses eine große Freude mit beschwingter Livemusik. Foto: sh

Fechenheim (sh) – Corona macht erfinderisch. Um die Zeit des sozialen Abstandhaltens insbesondere für die Bewohner des Heinrich-Schleich-Hauses, die in der Corona-Krise keinen Besuch empfangen können, erträglicher zu machen, gab es ein kleines Livekonzert vor der Eingangstür.

Ausgedacht hatten sich diese Aktion Leonore Vogt vom Quartiersmanagement Fechenheim, das Musikduo Bohei und die Leitung des Heinrich-Schleich-Hauses. Der musikalische Leckerbissen kam bei den Senioren bestens an.

Bereits zu Ostern hatte Fechenheims evangelischer Pfarrer Arne Zick gemeinsam mit Brigitte Friebertshäuser (Akkordeon) vom Duo Bohei eine Open-Air-Ostermesse vorm Schleichhaus abgehalten. „Es wäre schön, wenn aus diesen Aktionen eine monatliche Reihe entstehen könnte“, sagte Quartiersmanagerin Leonore Vogt. Die Leiterin des Heinrich-Schleich-Hauses Meltem Baskaya hat ganz und gar nichts dagegen. Auch die benachbarte Schule am Mainbogen unterhält die Bewohner des Hauses immer wieder mal mit Gesangsstücken.

Das Duo Bohei mit Brigitte Friebertshäuser am Akkordeon und Günter Krause am Saxofon und mit Gesang hatten sich mitsamt Mikrofon und Verstärker auf dem gepflasterten, großzügig angelegten Weg zur Eingangstür des Schleichhauses postiert und ihn in eine kleine Bühne verwandelt. Noch bevor die ersten Töne der Musikanten erklangen, hatten sich die Bewohner und Mitarbeiter der Einrichtung mit dem gebotenen Abstand auf den Gemeinschaftsbalkonen eingefunden, um den dargebrachten Liedern zu lauschen. „Normalerweise spielen wir eher unbekannte Stücke, aber zu diesem Anlass haben wir uns Kompositionen ausgesucht, die die meisten kennen dürften“, sagte Krause. Da gab es ein Wiederhören unter anderem mit den „Capri-Fischern“ und „Those were the days“, was natürlich reichlich beklatscht wurde. Hin und wieder schnappte sich eine Windböe ein Notenblatt und fegte es über den Rasen. „Gut, dass wir die Stücke auswendig können“, kommentierte Brigitte Friebertshäuser den Vorfall mit einem Lachen. So konnte das Publikum ohne Unterbrechung weiter im Takt mitwippen. „Derzeit sind nur kleine Veranstaltungen möglich“, sagte Baskaya. Fest Eingeplantes, wie das große Sommerfest, falle in diesem Jahr flach. Die Bewohner würden mit der Situation aber vorbildlich umgehen, sagte die Leiterin. „Alle sind sehr vernünftig. Sie verstehen ihre Angehörigen, die aus Angst, das Virus übertragen zu können, auf Besuche verzichten. Daher wird häufig telefoniert“, sagt Baskaya. Es gibt auch die Möglichkeit, sich durch die Fenster der verglasten Front am Eingang des Gebäudes zu sehen. Doch der Druck, der auf den Leitungskräften und Mitarbeitern momentan laste, sei groß. „Sie sind oft in Sorge um ihre Schützlinge“, sagte Baskaya. Dann seien es oft die Bewohner, die ihren Betreuern Mut zusprechen und sagen: „Wir haben einen Krieg überlebt.“

Die musikalische Aktion mit Bohei bot den Bewohnern des Schleichhauses und den dortigen Mitarbeitern eine gelungene Abwechslung in einer sicherlich schwierigen Zeit. Und auch einige Passanten blieben neugierig stehen, als sie die Musik hörten und freuten sich über die schöne Abwechslung im Corona-Alltag.

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