Appell von „Essbares Fechenheim“: Pflanzen Zeit zum Reifen geben

Behutsames Ernten gewünscht

In den Hochbeeten an der Konstanzer Straße sprießt es. Doch bis geerntet werden kann, dauert es noch. Foto: sh

Fechenheim (sh) – Eine geköpfte Artischocke, viel zu früh aus der Erde gezogene Radieschen und noch grüne Erdbeeren, die abgepflückt wurden: Die Gärtner der Initiative „Essbares Fechenheim“ können manchmal nur den Kopf schütteln, wenn sie vor den Hochbeeten am Spielplatz an der Konstanzer Straße stehen.

Glücklicherweise gibt es derartige Vorfälle aber nur ab und zu, wie die Initiatorin Betül Gök bilanziert. .

„Jeder darf von den Hochbeeten ernten“, erklärt sie das Prinzip des Fechenheimer Urban-Gardening-Projekts. Das Team von „Essbares Fechenheim“ kümmert sich um die Bepflanzung und Bewässerung der Beete – an den schmackhaften Früchten und Kräutern soll sich jeder bedienen können, der möchte. „Daher ist es sehr schade, wenn Sachen, die noch nicht reif sind, abgemacht oder aus der Erde gerissen werden“, sagt Gök. Besonders ärgerlich ist das, wenn die Pflanze nur eine Frucht trägt – wie die Artischocke.

Zum Glück seien aber nur wenige Passanten so unvernünftig. „Im Allgemeinen gehen die Menschen sehr behutsam mit den Pflanzen um. Allen voran die Kinder. Die fragen meistens erst, bevor sie sich am Obst und Gemüse bedienen“, führt die Initiatorin aus. Die Gärtner der Initiative sind täglich an den Beeten, um dort zu gießen und wer Fragen hat, bekommt dann auch kompetente Antworten.

Um die Fechenheimer für das richtige Ernten zu sensibilisieren, stellt die Initiative ein Banner und ein Schild auf, auf denen darauf hingewiesen wird, dass man den Pflanzen Zeit geben soll, damit die Früchte in Ruhe reifen können. Des Weiteren wird darum gebeten, die von der Initiative aufgestellten Tische und Bänke nach dem Verweilen müllfrei zu verlassen.

„Essbares Fechenheim“ hat sich 2017 zum ersten Mal getroffen, im darauffolgenden Jahr standen die Beete. Neben den Hochbeeten an der Konstanzer Straße gibt es auch noch welche auf dem Linneplatz. Insgesamt seien die Reaktionen auf das Projekt positiv, sagt Gök. Neben der Versorgung mit erntefrischen Leckereien soll die Aktion auch zur Umweltbildung beitragen. Dieser Aspekt ruht allerdings im Moment. „Aufgrund der Corona-Bestimmungen fallen unsere Workshops wie Kräuterwanderung oder Basteln von Insektenhotels aus“, sagt die Initiatorin. Sogar für das Bewirtschaften der Beete am Spielplatz war zuerst eine Bescheinigung vom Grünflächenamt erforderlich. „Es ist ein Jahr mit vielen Barrieren“, lautet das Fazit der Gruppe. Doch auch dort ist man erfinderisch: Um weiterhin auf das Projekt aufmerksam zu machen, verteilt die Initiative Blumensamen in Briefumschlägen an die Haushalte. Darauf sind auch die Kontaktdaten der Gruppe vermerkt, denn wer Lust hat, sich ebenfalls in dem Team zu engagieren, ist willkommen. Interessierte können per E-Mail an essbares.fechenheim@gmx.de Kontakt herstellen oder sich an das Quartiersmanagement Fechenheim unter Z 069 247514911 wenden.

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