Fechenheimer Polizeirevier ist Diskussionsthema bei Ortsbeiratssitzung

Bedenken und Begeisterung

Die Fechenheimer Polizeiwache wird ab Juli zu einem tagsüber besetzten Polizeiposten. Foto: sh

Fechenheim (sh) – Nach dreimonatiger Corona-Pause tagte der Ortsbeirat 11 unter den geltenden Abstands- und Hygienebedingungen. Das Gremium hatte in die Stadthalle Bergen eingeladen, da der Saal die Anforderungen erfüllt.

In der Bürgerfragestunde wurde die Umstrukturierung des Fechenheimer Polizeireviers diskutiert, dem die Zusammenlegung mit dem Bergen-Enkheimer Revier bevorsteht. Bereits ab Juli soll es im Rathaus an der Pfortenstraße nur noch einen tagsüber besetzten Polizeiposten geben. Vielen Fechenheimern gefällt das nicht.

Rainer Ewald zum Beispiel: Er gab zu bedenken, dass die bisherige Polizeiwache Ruhe und Sicherheit im Stadtteil ausgestrahlt habe. Er fürchtet, dass die Reduzierung auf einen Polizeiposten irgendwann im kompletten Verlust einer Polizeistelle in Fechenheim resultieren wird. Auch einige Ortsbeiratsmitglieder äußerten ihre Skepsis gegenüber der Zusammenlegung der Reviere. Thomas Dorn (Grüne) kritisierte, dass ein nur tagsüber besetzter Polizeiposten zum Nachteil aller Berufstätigen sei und Stephan Zilcher (SPD) befürchtet, dass es zu lange dauern würde, bis die Polizei von Enkheim zu einem Einsatzort in Fechenheim gefahren ist.

Ortsbeiratsmitglied Benjamin Wiewiorra (CDU) ist selbst Polizist und versuchte, die Sorgen zu mildern. Anders als bei der Feuerwehr würde die Polizei nicht erst bei einem Alarm losfahren, sondern die Streifenwagen seien bereits in ihrem Zuständigkeitsbereich unterwegs – eben „auf Streife“. Zudem stellte er klar, dass es künftig in Fechenheim ein Mehr an Sicherheit in Fechenheim geben wird: „Mit der Zusammenlegung wird ein modernes, schlagkräftiges Revier gebildet und mehr Personal-Kapazitäten werden frei. Somit werden künftig drei, statt bisher zwei Streifen unterwegs sein.“ Auch Sonderdienste sollten dann möglich sein, wie Fuß- und Fahrradstreifen. Der Schutzmann vor Ort bleibe dem Stadtteil ebenfalls erhalten. Der Schritt, die Reviere zusammenzulegen, hätte schon viel früher erfolgen sollen, sagte Wiewiorra.

Unstrittig sind nämlich die schwierigen Arbeitsbedingungen der Polizeibeamten am Standort im alten Rathaus, in dem auch ein Kindergarten untergebracht ist. „Die bauliche Situation in Fechenheim ist weder zeit- noch sicherheitsgemäß“, sagte Stefan Klee (Linke), der zunächst auch einen kritischen Blick auf die Pläne des Präsidiums geworfen hatte.

Wiewiorra berichtete, dass er bereits diverse Revierzusammenlegungen in Frankfurt erlebt habe, bei denen die Bürger zunächst skeptisch waren. „Inzwischen sind alle von der Maßnahme überzeugt und stehen ihr positiv gegenüber“, sagte er. Ortsvorsteher Werner Skrypalle (SPD) bestätigte Wiewiorras Aussage.

Der Umzug der Wache laufe bereits, schon ab Juli soll es in Fechenheim dann den Polizeiposten geben, teilte Skrypalle mit. Der Posten ist montags bis donnerstags von acht bis 18 Uhr und freitags von acht bis 15 Uhr mit zwei Beamten sowie dem Schutzmann vor Ort besetzt. Wer außerhalb der Bürozeiten – auch nachts – die Polizei braucht, wird über die Gegensprechanlage an der Rathaus-Tür mit der Wache in Enkheim verbunden, erklärte Skrypalle.

Zur kommenden Sitzung des Ortsbeirats am 24. August sind Vertreter des Polizeipräsidiums eingeladen, um die Umstrukturierung vorzustellen und Fragen zu beantworten.

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