Angsthelfer: Neuer Verein ist für Menschen mit Angststörungen da

Der Austausch mit Betroffenen hilft

Die Angsthelfer sind für Menschen mit Angststörungen zur Stelle. Der Vorstand des neuen Vereins (von links): Davide Greco, Melanie Uhl, Michael Zeeb und Daniel Garbotz. Foto: sh

Fechenheim (sh) – Das Herz rast, Schweißtropfen bilden sich auf der Stirn, die Kehle fühlt sich wie zugeschnürt an – Angst und Panik beherrschen den Körper. Wer unter Angststörungen leidet, kennt diese Symptome möglicherweise.

Daniel Garbotz ist selbst seit 16 Jahren von dieser Krankheit betroffen. „Es gab harte Zeiten. Zum Beispiel habe ich einmal drei Monate die Wohnung nicht verlassen können“, beschreibt er, wie es ihm ging. Doch er bekam Hilfe und will nun selbst anderen helfen. Darum hat er den Verein Angsthelfer in Fechenheim ins Leben gerufen.

Angststörungen haben vielfältige Krankheitsbilder. Panikattacken, Phobien – soziale und spezifische – gehören dazu, ebenso Depressionen. Angststörungen seien immer noch ein Tabuthema, sagt Garbotz. Deswegen geht er mit guten Beispiel voran und spricht ganz offen darüber. „Ich habe mich behandeln lassen. Ich war sechs Wochen stationär in Therapie. Als ich wiederkam, fragten mich die Leute, wo ich gewesen sei. Dann habe ich ihnen die Wahrheit gesagt und war erstaunt, wie häufig im Gespräch herauskam, dass sie selbst oder Angehörige ebenfalls davon betroffen seien. Und dass sie gerne Rat und Hilfe wollten“, blickt Garbotz zurück. Schnell wurde ihm klar: Wenn man sich selbst öffnet, fällt es anderen auch leichter, über ihre Angststörung zu reden. Garbotz’ Geschäftspartner Davide Greco („D&D Computer Service“) habe ihn dann auf die Idee gebracht, einen Verein zu gründen.

Nachdem schließlich alle notwendigen Kriterien dafür erfüllt waren, ist der noch recht junge gemeinnützige Verein Angsthelfer am Start, dessen Herzstück die Selbsthilfegruppen sind. „Dass Bedarf besteht, war bereits vor der Vereinsgründung zu erkennen. Das Einzugsgebiet Frankfurter Osten ist nicht gerade klein“, sagt Garbotz. In der Selbsthilfegruppe findet ein ungezwungener Austausch mit anderen Betroffenen statt. „Mit Interessierten findet zunächst ein Einzeltreffen an einem neutralen Ort statt. Dabei stellt sich dann heraus, welche Gruppe am besten zu demjenigen passt“, erläutert Garbotz. 15 Euro pro Monat kostet die Teilnahme an der Selbsthilfegruppe, Ermäßigungen sind möglich. Eine Vereinsmitgliedschaft ist für die Teilnahme nicht notwendig. In einer Gruppe sind maximal zehn Teilnehmer, damit schnell Vertrauen aufgebaut werden kann. Die Treffen finden in den Räumen von „D&D Computer Service“, Alt-Fechenheim 75, statt. Neben den Selbsthilfegruppen gibt es ein Infotelefon, zudem werden Beratungsgespräche und Kurse angeboten.

„Niemand muss sich für eine Angststörung schämen. Es ist eine Krankheit, die geheilt werden kann“, sagt Garbotz, stellt aber klar: „Psychologische Hilfe bieten wir nicht an, das dürfen wir nicht. Wir sind natürlich gerne bei der Suche nach einem Therapeuten behilflich. Wir helfen, wenn Menschen nicht wissen, wo sie Hilfe bekommen.“ Wichtig ist dem Vereinsgründer, dass Betroffene merken, dass sie nicht alleine sind. „Ich war damals für jede Hilfe dankbar“, sagt er.

Die Internetseite des Vereins ist unter https://angsthelfer.org zu finden.

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