Endlich wieder Livemusik: Publikum feiert Drive-in-Konzerte in Fechenheim

Arbeitskreis schreibt Festival-Geschichte

Livemusik in Zeiten von Corona: In Fechenheim begeistert die Band Pfund das Publikum beim Drive-in-Festival. Foto: sh

Fechenheim (red) – „Und jetzt im Takt die Lichthupe betätigen“, ermunterte Markus Philipp, Sänger der Darmstädter Coverband Pfund, das Publikum.

Die Musikhungrigen, die sich in ihren Autos zum Fechenheimer Drive-in-Festival auf dem Bier-Hannes/Allessa-Chemie-Parkplatz an der Hanauer Landstraße eingefunden hatten, ließen sich nicht lange bitten. Aber auch ohne die Aufforderung war die Stimmung großartig. Das war nicht nur der Lohn für die Musiker, sondern auch für den Arbeitskreis Fechenheimer Vereine als Veranstalter, der mit seiner Aktion Mut und Kreativität bewiesen hatte.

„Wir wollten eine neue Idee in einer neuen Zeit ausprobieren und haben drei Wochen für das Fechenheimer Drive-in-Festival getüftelt und geplant“, berichtete der erste Vorsitzende des Arbeitskreises Christoph Scheich. Ursprünglich war ein viertägiges Festival geplant, doch da der Vorverkauf für die ersten zwei Vorstellungen extrem zäh lief, konzentrierte man sich lieber auf nur zwei Tage – mit Pfund am vergangenen Freitag und den Fechenheimer Lokalmatadoren Fishbone Trash am Samstag. Die Konzerte genießen durfte nur, wer mit dem Auto vorfuhr, das maximal mit vier Personen besetzt sein durfte. Im Auto – auch Cabrios gab es – konnte der Mund-Nasenschutz abgelegt werden, daher lautete auch das Motto der Veranstaltung „Maskenfrei“. Nur für den Gang zur Toilette musste der „Sabberlabbe“, wie Scheich das Accessoire scherzhaft nannte, angezogen werden.

Für die Bands war es ein ganz neues, aber durchaus positives Konzertfeeling, dass die Songs live über die Autoradios empfangen wurden. Pfund gingen mit dem Novum spielerisch um und forderten zum Betätigen der Lichthupe, dem Treten auf die Bremse, um rotes Licht zu erzeugen und zum Anschalten der Warnblinkanlage auf. Richtiges Hupen war aus Rücksicht auf die Nachbarschaft nämlich untersagt. Aber der Applaus und der Jubel drangen auch durch die geöffneten Autofenster und Cabrios bis zur Bühne durch. Sogar vom Publikum mitgesungene Zeilen und Melodien waren bei den Akteuren zu vernehmen. „Chapeau!“, attestierte der Pfund-Frontmann den Besuchern. Die winkten mit bunten LED-Stäben im Takt oder hatten in den Autofenstern sitzend das Wagendach mal eben als Picknicktisch zweckentfremdet. Die Autos durften übrigens bis zum nächsten Tag auf dem Parkplatz stehen bleiben, sodass alle, die Alkohol getrunken hatten, den Heimweg zu Fuß oder per ÖPNV antreten konnten.

Die Musiker wurden nicht müde, während ihres rund dreistündigen Auftritts dem Arbeitskreis und seinen Partnern zu danken sowie den entsprechenden Behörden, die die Umsetzung des Events genehmigt hatten. „Das Fechenheimer Drive-in-Festival ist jetzt schon eins der Highlights des Jahres. Hier wurde Außergewöhnliches auf die Beine gestellt“, sagte Markus Philipp. Auch die Jungs von Fishbone Trash ließen es bis 23 Uhr krachen – besonders schön war die Stimmung, als hinter der Bühne die Sonne unterging. Für die Band war es der erste Auftritt nach dreimonatiger Corona-Zwangspause, den die Vollblut-Rocker sehr genossen.

Für den Arbeitskreis Fechenheimer Vereine bedeutete das Festival zwar ein Minusgeschäft, aber Anlass zum Bereuen besteht keinesfalls. „Wir haben mit unserem Festival das Fechenheim-Banner hochgehalten und bewiesen, dass der Frankfurter Osten nicht tot ist“, sagte Scheich.

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