Oldtimer-Saisonabschluss in der Klassikstadt

Alte Liebe rostet manchmal gern

Der betagte Käfer zog viele bewundernde Blicke beim Saisonabschluss in der Klassikstadt an der Orber Straße auf sich. Foto: zlu

Fechenheim (zlu) – Wer sein Auto liebt, der schiebt – und zwar in die nächste Garage, denn mit dem Sommer neigt sich auch die Oldtimer-Saison ihrem Ende zu.

Um die schöne Zeit mit dem geliebten Vehikel noch einmal gebührend ausklingen zu lassen, knatterten in der Klassikstadt zahlreiche Schmuckstücke unterschiedlicher Semester über das Fabrikgelände an der Orber Straße, dessen Gebäude nun auch schon mehr als 100 Jahre besteht und zwei Kriege unbeschadet überstanden hat.

Den sichtbaren Beweis, dass ein Automobil in Würde gealtert ist und nun verdientermaßen den Status des Oldtimers genießt, liefert das H auf dem Kennzeichen. Die Abkürzung steht für historisch und besagt, dass das Gefährt älter als 30 Jahre und im Originalzustand ist, dasselbe gilt auch für betagte Zweiräder, Busse und Militärfahrzeuge, von denen ebenfalls reichlich zu bestaunen waren.

Selbstverständlich waren auch Liebhaberstücke neuer Baujahre vertreten, die für bewundernde Blicke bei den Anwesenden sorgten. Nicht jeder Wagen sieht dabei aus, wie frisch vom Band. Manch einer legt Wert darauf, ihn nach außen hin auch weiterhin betagt aussehen zu lassen. „Ich finde es toll, dass man dem Auto sein Alter ansieht”, so Michael Baldes über seinen Sunbeam Tiger. „Ich weiß ja, dass er komplett restauriert ist, das ist doch das Wichtigste”, sagt er und grinst glücklich in den Motorraum seines Lieblings hinein, um dann mit Interessierten weiter zu fachsimpeln, denn von Interessierten gab es an diesem Tag viele.

Wie schon zum Saisonstart im Frühling strömten auch vergangenes Wochenende wieder zahlreiche Besucher zum letzten Sonntags-Treff des Jahres und nahmen bei Good Time Rock ‘n’ Roll, bester Verpflegung und einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm zusammen mit den stolzen Besitzern Abschied von ihren Schätzen.

Obwohl der Sommer an diesem Tag noch einmal in voller Schönheit zurück war, müssen die Bewahrer der Vergangenheit der Realität nun bald ins Auge sehen und sich nach einer geeigneten Unterkunft umsehen, denn wer seinen Oldtimer schätzt, der gönnt ihm über den Winter einen trockenen, gut durchlüfteten Stellplatz. Ist so ein Fahrzeug erst einmal mühevoll und kostenintensiv aufbereitet, gilt es, es vor ungünstigen Witterungseinflüssen zu schützen, denn vor allem Feuchtigkeit und die daraus resultierende Rostgefahr ist der größte Feind jedes klassischen Fahrzeugs.

So genossen alle noch einmal den möglicherweise letzten schönen Tag des Jahres in vollen Zügen, um sich mit ihren Schätzen gegen Abend in den Sonnenuntergang in Richtung Garage aufzumachen.

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