Kinder stehen beim ökumenischen Marktgottesdienst auf der Bühne

Wenn aus klein groß wird

Rund 30 Kinder standen beim ökumenischen Marktgottesdienst auf der Bühne und sangen gemeinsam mit den beiden Gemeinden. Foto: nma

Bergen-Enkheim (nma) – Traditionell beginnt der Sonntag des Berger Markts mit einem ökumenischen Gottesdienst im Festzelt. Dieser ist nicht nur für Familien besonders geeignet, sie sind auch selbst an der Umsetzung beteiligt. Kinder stehen auf der Bühne und sitzen im Publikum.

Deshalb haben die beiden Gemeinden darauf geachtet, ein leichtes Programm zu erstellen.

„Aus klein wird groß“ lautet das Thema des Gottesdiensts im Festzelt des Berger Markts. Am Sonntagvormittag stehen dort rund 30 Kinder auf der Bühne, werfen bei der entsprechenden Textzeile ihre Arme in die Höhe und haben großen Spaß daran, vor so vielen Menschen singen zu dürfen. Auch die Gottesdienstbesucher sind größtenteils junge Familien mit vielen Kindern. „Die Kunst des Lebens besteht darin, groß zu werden und sich daran zu erinnern wie es ist, Kind zu sein“, sagt Uwe Hahner nach dem Lied zu den anwesenden Mitgliedern. Hahner ist der katholische Gemeindepfarrer und teilt sich das Mikrofon im Geiste des ökumenischen Gottesdienstes mit seiner evangelischen Kollegin Kathrin Fuchs.

Der Psalm 139 folgt – und zwar mit Bewegung. Das gilt nicht für die Kinder, auch für die anwesenden Erwachsenen. „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder“, zitiert Hahner aus der Bibel und nach dem gesprochenen Psalm liest er noch einmal den Refrain des zuvor gesungenen Liedes vor: „Aus klein wird groß, aus wenig werde viel, aus dunkel wird hell.“ Dann übernimmt Pfarrerin Kathrin Fuchs und widmet sich den vielen Kindern auf der Bühne. „Wer groß ist, kann schon viele Dinge, was könnt ihr? Kannst du schon Schuhe binden?“, fragt sie und hält der kleinen Lilly das Mikrofon hin. Diese verneint. Mit einer Gabel essen? Da gehen im Saal so ziemlich alle Hände hoch. „Und wer kann sich beim Essen nicht bekleckern?“, will die Pfarrerin von der Gemeinde wissen. Die Hände gehen wieder runter. „Noch seid ihr Kinder, aber das ändert sich von Tag zu Tag“, richtet sich Fuchs wieder an die Kleinen. „Viele kleinen Dinge im Leben sind wichtig, aber wir müssen sie oftmals suchen.“ Kleine Dinge, die den Hortkindern wichtig sind, hat sie in gemalter Form dabei. Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Würfel oder ein kleiner Nagel, der ein großes Bild hält. Die Kinder sind kreativ geworden. „Und aus einem Samenkorn kann ein Apfelbaum werden“, schließt die Pfarrerin. Auch wenn das symbolisch gemeint war, möchte sie auch die biologische Komponente nicht außer Acht lassen. Zum Glück ist die Bergen-Enkheimer Apfelweinkönigin vor Ort und kann die Frage der Pfarrerin nach der Dauer des Wachstums eines Apfelbaums fachkundig beantworten. Doch zurück zum Symbolischen: „Das kleine Senfkorn ist gesät und gesetzt“, spricht Fuchs das Bibel-Gleichnis an. „Ihr seid momentan noch klein, aber ganz, ganz wichtig. Auch für die Kirche, denn einige von euch engagieren sich vielleicht ein Mal in der Gemeinde oder im Kirchenvorstand.“ Abschließend sagt die Pfarrerin zu den Kindern: „Es ist ganz klasse, dass ihr euch getraut habt, hier heute auf die Bühne zu kommen.“

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