Stadtkapelle Bergen-Enkheim begeistert mit großem Weihnachtskonzert

Weihnachtliche Weisen

Die Stadtkapelle stimmte auf Weihnachten ein. Foto: jf

Bergen-Enkheim (jf) – „Fröhliche Weihnacht überall“, tönte es von der Empore des Volkshauses Enkheim. Eine gute Idee der Stadtkapelle Bergen-Enkheim, so auf ihr Weihnachtskonzert noch vor dem offiziellen Beginn einzustimmen.

Musikalisch ein bisschen anders gestaltete sich der Anfang des Konzerts, den der Nachwuchs mit „Winnetou & Old Shatterhand“ bestritt. Sechs Nachwuchsmusiker – Dilara Isik und Sebastian Kirner an den Querflöten, Emely Absolon und Celina Strutz an den Klarinetten, Maximilian Hipert an der Posaune und der mit elf Jahren jüngste Musiker Liam Ramsden am Euphonium – wurden mit noch einmal so vielen Musikern verstärkt und nahmen sich der Adventszeit mit einer „Kleinen Weihnachstfantasie“ an, bevor sie sich mit der Filmmusik aus „Pirates of the Caribbean“ von der Bühne verabschiedeten. Zwischendurch wurde der seit 20 Jahren tätige Dirigent des Nachwuchses, Oliver Eibl, in dieser Funktion verabschiedet und der neue Stabführer Franz Schreiber begrüßt. Eibl moderierte den Abend. „Die Sache mit den neuen Stühlen war gestern eine echte Überraschung“, bekannte Wilfried Bender, Erster Vorsitzender des Vereins Stadtkapelle Bergen-Enkheim. Die neuen, zugegebenermaßen etwas harten Sitzgelegenheiten hatten keine Nummern. Aber die Eintrittskarten waren nummeriert. Also druckte Bender Nummern aus. „Die haben wir dann noch auf die Lehnen gepappt. Seien Sie bitte so nett, nehmen Sie diese Nummern am Ende des Konzerts mit. Dann werden Sie auch Teil des Ganzen“, forderte er auf.

Eine eher die Instrumente betreffende Information folgte: „Der Musikalienhandel Glier, nun unter dem Namen Beutel Musik firmiert, hat uns einen Gong gestiftet. Den konnten sie beim Nachwuchs schon hören.“

Dann kamen die 39 Musiker der Stadtkapelle auf die Bühne und begeisterten mit einer gut aufeinander abgestimmten Mischung aus weihnachtlichen sowie aus Film und Musical bekannten Melodien. Die Leitung hatte Sebastian Muhl. Nach der „Celebration Overture“ betrat die Bergen-Enkheimer Apfelweinkönigin Sissy I. die Bühne, begrüßte die Gäste und übergab einen Bembel. Bender bedankte sich humorig: „Der Bembel ist auf jeden Fall besser als ein Apfel auf dem Kopf.“ Fast klar, welches Stück dann gespielt wurde: Der „Kaiserin Sissi Marsch“, dem wiederum eine „Adventsfantasie“ folgte. Lange Haare, Proteste gegen den Vietnamkrieg, die berühmte Rede von Martin Luther King – Markenzeichen der 60er Jahre. In diese Zeit gehört das Musical „Hair“ – die Kapelle überraschte mit einigen Titeln daraus.

Nicht im Programm vermerkt war die Verabschiedung von Alfred Schmied, der viele Jahre das Tenorhorn spielte und nach dem Weihnachtskonzert aufhört. Als Dankeschön dirigierte er „Blaue Augen“ zum Schluss des ersten Konzertparts. Weihnachtlich, nämlich mit der „Christmas Suite“, begann der zweite Teil des Abends. Bei „Don Quichote“ sind einige Takte mit dem Vermerk „tumultuoso“ versehen. „Das mag zwar wie Tumult klingen, ist aber gewollter Qualitätslärm“, erläuterte Oliver Eibl. Temporeich schloss sich „Lord of the Dance“ an, geheimnisvoll und dunkel wurde es beim „Phantom der Oper“, bei dem die Pianistin Olga Lunenkova von der Schirn Big Band als Gast den Part am Keyboard übernahm.

„A Christmas Overture“ und der Hit „White Christmas“ beendeten das Weihnachtskonzert. Als Zugabe spielten die Bläser „Stille Nacht“ – viele sangen mit. Solche Stücke für diverse Holz- und Blechblasinstrumente, Schlagzeug und Percussion zu arrangieren und zu präsentieren, verdient Hochachtung. Der Beifall bewies, dass es den Zuhörern gefallen hat und das donnerstägliche Üben im Saalbau Enkheim von Erfolg gekrönt war. An diesem Abend wurde die Kapelle von Jonas Wess, Wolfgang Schmitt, der für Danny Cale einsprang, Gerald Vandamme an den Kesselpauken und Christoph Bock am Baritonsaxofon unterstützt. Erstmals erschien ein von allen gerne mitgenommenes Programmheft.

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