Nach Umzug der IGfM: Kein Platz mehr für Karin Müller-Kinet

Wehmut schwingt mit

Nach 40 Jahren ist Schluss: Karin Müller-Kinet von der IGfM mit ihrem letzten Hilfstransport nach Rumänien. Foto: p

Bergen-Enkheim (red) – Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGfM) ist umgezogen. Statt in der Borsigallee 9 ist die Organisation nun in der Edisonstraße 5 zu Hause.

Für die ehrenamtliche Mitarbeiterin Karin Müller-Kinet bedeutete der Umzug allerdings, nach 40 Jahren Abschied von ihrer Tätigkeit zu nehmen.

„Völlig unerwartet kam Ende des Frühjahres die Nachricht durch das Haus an der Borsigallee 9 geflattert, dass ein Umzug bevorsteht, weil das Haus verkauft wird. Es soll dort eine Hotelanlage erstehen“, sagt Karin Müller-Kinet. Der Schreck sei groß gewesen und der Vorstand habe sich auf die Suche nach einer neuen Bleibe begeben. „Das war schwierig, aber zum Glück fand man dann ein Haus in der Edisonstraße 5 in Enkheim“, berichtet Müller-Kinet.

Das Haus habe drei Jahre leergestanden und sei dadurch sehr renovierungsbedürftig. „Zum Glück ist einer der Mitarbeiter gelernter Schlosser und handwerklich sehr begabt. Mit seinen Söhnen konnte Khalil Al-Rasho viele Arbeiten für die IGfM übernehmen“, sagt Müller-Kinet. Al-Rasho stammt aus dem Nordirak und ist Kurde. Seine Familie mit fünf Kindern gehört zu der Glaubensgemeinschaft der Jesiden, die im Irak besonders von der Terrormiliz IS verfolgt wurden. „Als Hausmeister ist er schon eingezogen. Zur Zeit ist er aber mit einem Ärzteteam für vier Wochen im Irak, um in den drei Flüchtlingslagern als Vermittler den Kranken vor Ort zu helfen. 25 große Hilfstransporte und drei Krankenwagen hat er bereits in den vergangenen drei Jahren in den Nordirak gefahren“, zählt Müller-Kinet auf. Sie hat mit ihm in den vergangenen Jahren gut zusammen gearbeitet. „Seine Arbeit wird weitergehen, aber meine mit dem fleißigen Team von zuletzt zehn Frauen für Hilfsaktionen für Siebenbürgen und Moldawien ist nach 40 Jahren ehrenamtlicher Arbeit beendet worden, da in dem neuen Haus kein Platz für mich vorhanden ist“, fasst Müller-Kinet zusammen. Mit etwas Wehmut ging der letzte Lastwagen mit Spenden für die vielen christlichen Kindergärten im Sommer auf die Reise.

„Am Tor hängt schon seit Juni ein Schild, dass keine Spenden mehr angenommen werden können. Bis jetzt werden immer noch Spenden vor dem leeren Haus abgestellt“, berichtet Müller-Kinet. Ende September schickte sie die angesammelten Spenden mit einem Laster nach Bethel. „Das Ausräumen des großen Hauses und der vielen Garagen war eine sehr anstrengende Arbeit. Leider machten sich auch Diebe eine große Beute. Sie stahlen 30 Klapptische und ein großes IGfM-Zelt, die für die Flohmärkte gebraucht werden und zwei große Stehleitern, eine aus Metall und die andere aus Holz“, erzählt Müller-Kinet.

Mittlerweile sind alle Arbeiten in der Borsigallee 9 erledigt. Müller-Kinet fuhr neben drei angemeldeten Sperrmüllterminen alleine viele Busladungen zu den beiden Kleinmüllplätzen in Bergen-Enkheim. „Viele Anrufe kommen bei mir zu Hause an, mit der Frage, wo nun Spenden abgegeben werden können“, sagt Müller-Kinet, die dann immer die Abgabe beim Sozialkaufhaus Familienmarkt in der Röntgenstraße 10 empfiehlt.

„Am Wochenende vom 26. auf den 27. Oktober wird im Volkshaus Enkheim der friedlichen Revolution in der DDR und Osteuropa vor 30 Jahren gedacht. Die IGfM hat mit ihrer Gründung ursprünglich den Menschen in der DDR große Hilfe in den Gefängnissen und bei der Ausreise erwiesen. Die Gedenkfeier geht am Samstag von 13.45 bis 18 Uhr und am Sonntag von neun bis 13 Uhr. Gäste sind willkommen“, sagt Müller-Kinet..

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