Tangoklänge auf höchstem Niveau

Fulminantes Orgelkonzert in der St. Nikolaus-Kirche

+
Freuten sich über den Musikgenuss: Schirmherr Klaus Sturmfels, Bernd Walz vom Förderkreis Orgel und Orgelmusik, Organistin Lidia Ksiazkiewicz, Pfarrer Uwe Hahner und Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler (CDU).

Bergen-Enkheim (zko) – Einen gewaltigen Eindruck hinterließ das 117. Orgelkonzert mit der polnischen Organistin Lidia Ksiazkiewicz beim Publikum in der St. Nikolaus-Kirche am Nordring.

Das Programm begann mit geistlicher Musik von Adam z Wagrowca mit Kyrie, Gloria, Sanktus, In Elevatione sowie mit dem Ziehen sämtlicher Register. Wagrowca, ein polnischer Organist, Komponist und Zisterziensermönch, stellte in seiner Komposition die Klangvielfalt des Instruments vor, die die Organistin meisterhaft zu interpretieren verstand. Sehr virtuos ging es weiter mit der Polonaise Pozegnanie Ojczyzny („Abschied vom Vaterland“) des polnischen Organisten Michal Kleofas Oginski, die dieser während des Aufstands von Kosciuszko im Jahr 1794 geschrieben hatte. Diese Polonaise zählt wegen ihrer melancholischen Passagen zu den frühesten Stücken der Romantik.

Leisere Töne schlug die Musikerin anschließend bei der Cantilène von Gabriel Pierné an. Die Sonate opus 65 Nummer sechs von Felix Mendelssohn Bartholdy bot dann ein Spektrum von berauschender Klanggewalt sowie melodisch-leisen Tönen. Die Pastorale opus 19 von César Franck verwöhnte die Zuhörer mit harmonischen Klängen, bevor der uneingeschränkte Konzerthöhepunkt mit drei Stücken von Astor Piazzolla nahte. Mit fliegenden Händen und Füßen interpretierte Lidia Ksiazkiewicz die von der Leidenschaft und dem Temperament des Tangos geprägten wunderbaren Stücke des argentinischen Bandoneon-Virtuosen Astor Piazzolla. Der Tango galt ursprünglich als „trauriger Gedanke, den man tanzen kann“, was sich unter den Händen der Ausnahmeorganistin jedoch ins Gegenteil verkehrte: Überschwängliche Lebensfreude bot sich dar, was die Organistin beim Applaus mit ihrer quirligen Ausstrahlung noch zu unterstreichen schien.

Das begeisterte Publikum brachte ihr stehende Ovationen dar und viele Fans drängten nach dem Konzert an den Stand mit den Tonträgern, um sich die CDs nach Kauf von der Künstlerin signieren zu lassen. Vor der Kirche gab es an diesem lauen Sommerabend im Anschluss noch Getränke und Gebäck, was sehr gut angenommen wurde.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare