Mahner für den Frieden

Silke Westerhoff bei Landfrauen über Albert Schweitzer

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Silke Westerhoff (links) bringt den Landfrauen (rechts im Bild die Vorsitzende Sigrid Vetter) Albert Schweitzers Wirken nah.

Bergen-Enkheim (red) – Albert Schweizer ist vielen ein Begriff. Weniger bekannt ist seine vielfältige Verbundenheit mit Frankfurt wohl weniger.

Davon berichtete Silke Westerhoff von der Frankfurter Kulturothek (Agentur für Stadtgeschichte) beim Vortragsabend der Bergen-Enkheimer Landfrauen. Die Expertin wies eingangs darauf hin, dass es 2019 in Frankfurt am Main zwei Jubiläen zu feiern gäbe: Zum einen wurde Albert Schweitzer vor 60 Jahren Ehrenbürger der Stadt. Zum anderen wurde 1969 in der Wolfsgangstraße das Albert-Schweitzer-Zentrum eröffnet.

Albert Schweitzer war sozusagen ein Multitalent: Mehrere Ausbildungen und Studien wie in Theologie, Philosophie, Medizin und Musik vereinte er in seiner Person. Gemeinsam mit seiner Frau Helene, die im Bürgerhospital eine Ausbildung zur Krankenschwester absolvierte, stellten sie ihr Leben ganz in den Dienst der Menschlichkeit. Beide waren getragen von humanitärem Denken und Handeln. „1913 begannen sie unter schwierigsten Bedingungen und hartem Einsatz in Lambarene, dem heutigen Gabun, das immer noch bestehende Urwaldhospital aufzubauen. Bis zu seinem Tode 1965 war Albert Schweitzer mit diesem Projekt eng verbunden und fand dort auch seine letzte Ruhestätte. Leider konnte seine Frau aus gesundheitlichen Gründen nicht immer an seiner Seite sein.“, erfuhren die Landfrauen. Finanziert wurde das Hospital unter anderem durch Einnahmen von seinen Vorträgen, dem Verkauf von Büchern sowie seinen Orgelkonzerten. Insgesamt acht Orgelkonzerte gab er in Frankfurt, davon drei in der Katharinenkirche an der Hauptwache. „Eine besondere Vorliebe empfand er für Johann Sebastian Bach“, verriet Westerhoff.

Seine enge Verbundenheit mit Frankfurt resultiert aus seinem besonderen Verhältnis zu Johann Wolfgang von Goethe. Es bestimmte zeitlebens sein Wirken. 1928 erhielt er den Goethepreis, eine Auszeichnung, die alle drei Jahre an Goethes Geburtstag, am 28. August, verliehen wird. Viele internationale Auszeichnungen folgten, unter anderem 1951 der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 1952 der Friedensnobelpreis.

Albert Schweitzer zählt zu den fünf größten Vorbildern der Deutschen. „Er war stets ein Mahner für den Frieden. Die Ehrfurcht vor dem Leben – egal ob Mensch oder Tier – war seine oberste Maxime“, sagte die Referentin. Das Fazit der Landfrauen lautete: „Ehre, wem Ehre gebührt.“

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