Schüler werden zu Artisten

Zirkusprojekt der Landgrabenschule begeistert Publikum

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Die Künstlerinnen am Trapez schweben über die Köpfe des staunenden Publikums hinweg.

Bergen-Enkheim (zsb) – Die Darsteller des Zirkus’ Zapp-Zarapp hatten vor ihren Aufführungen am Wochenende einiges zu tun: Die Clowns mussten ihre Witze einstudieren, die Künstlerinnen am Trapez fleißig üben, um über den Zuschauern im Zelt zu schweben.

Auch die Feuerschlucker mussten ihre Abläufe perfektionieren, damit alles glatt lief. Doch all das stand nicht auf dem Plan erprobter Zirkusartisten. Die Schüler der Landgrabenschule zeigten Familie und Freunden, was sie zuvor mit den Profis einstudiert hatten. Bereits Wochen zuvor begannen die Proben für die Grundschüler. Selbst die Lehrer mussten sich mit den Zirkuskünsten des Jonglierens, des Feuerspiels und der Zauberei vertraut machen. „Sogar über Nagelbretter sind wir gelaufen“, sagte Schulleiterin Gisela Ehmcke. Die Finanzierung des Projektes bot allerdings eine Hürde. Zwar gab der Förderverein viel dazu, trotzdem suchte die Schule aktiv nach Sponsoren und organisierte einen Tulpenverkaufsstand im Hessen-Center. Zudem baten die Schüler – passend zum Thema – Hot-Dogs, Popcorn und Getränke an. „Klar kostet so ein Projekt viel Zeit, Energie und einige Überstunden. Aber was am Ende steht und, was die Kinder davon haben, ist das allemal wert“, sagte Ehmcke.

Am Ende kam genug Geld zusammen. So konnte der Zirkus Zapp-Zarapp, mit dem die Schule kooperiert, hinter der Landgrabenhalle ein großes Zirkuszelt aufspannen – mitsamt Bühnentechnik und vollem Equipment. Und jeder, der sich zuvor engagierte, wurde mit einer eineinhalb stündigen Show belohnt. „Man sieht den Kindern an, dass sie Spaß haben. Das macht mich glücklich”, sagte Ehmcke. Die Tickets für die drei Auftritte am Freitag und Samstag waren allesamt ausverkauft. An Gästen mangelte es also nicht.

Viel Arbeit für die Lehrer

Ein solches Projekt gab es an der Landgrabenschule vorher noch nie. Jedes Kind durfte sich aussuchen, was es vorführen wollte. Für die zehnjährigen Mia, die am Trapez turnte, ist damit ein Wunsch in Erfüllung gegangen: „Das ist ein Erlebnis, weil man plötzlich über dem Boden schwebt”, schwärmt sie. Mia ist eine von 15 Mädchen in der Trapezgruppe, die sich teilweise zu sechst auf die hängenden Balken stellten und sich dabei auf künstlerische Weise auf die Schultern der Unterfrau stützten. Auch die achtjährige Julia freut sich: „Wir konnten so viel ausprobieren. Es macht einfach Spaß.”

Dass eine Schule so etwas anbieten kann, ist keine Selbstverständlichkeit. „Nächstes Jahr geht das nicht noch einmal. Das ist zu viel Arbeit für das Kollegium”, sagte de Schulleiterin. Dennoch hofft sie darauf, alle vier Jahre wieder ein großes Zelt aufspannen zu können, „damit jeder in seiner Grundschulzeit einmal so etwas erleben darf.”

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