Hölderlin-Förderpreis für Romandebüt für Eckhart Nickels „Hysteria“

Ein Rückbezug zur deutschen Romantik

Eckhart Nickel wurde für seinen ersten Roman „Hysteria“ jüngst mit dem Hölderlin-Förderpreis ausgezeichnet. Foto: zko

Bergen-Enkheim (zko) – Bei einem Festakt erhielt der Bergen-Enkheimer Schriftsteller Eckart Nickel den Friedrich-Hölderlin-Förderpreis der Stadt Bad Homburg für sein Romandebüt „Hysteria“.

Überreicht wurde der renommierte Preis von Bad Homburgs Oberbürgermeister Alexander Hetjes in der Schlosskirche und die gelungene Laudatio hielt der Literaturwissenschaftler Philipp Theisohn.

Wie der Autor erklärte, sammle er über einen langen Zeitraum Themen, die er im Kopf ordne und schließlich stringent und konzentriert aufgeschrieben habe. Fünf Jahre habe er an seinem Roman gearbeitet, wobei er rund zwei Jahre daran geschrieben habe, sagt Nickel. Erschienen ist sein Roman im Herbst vergangenen Jahres im Piper-Verlag.

Vor zwei Jahren wurde Eckhart Nickel zum Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt eingeladen, wo er für die ersten beiden Kapitel seines Romans „Hysteria“ bereits mit dem Kelag-Preis ausgezeichnet wurde. „Anschließend habe ich das Buch in einem Zug fertig geschrieben“, so der Autor. „Es ging mir darum, einen zentralen Rückbezug zur deutschen Romantik, zur schwarzen Romantik, zu schaffen. Wichtig war mir aber auch, dass es bei allem Defätismus einen Hoffnungsschimmer gibt.“

Die überwiegend positiven und sehr wohlwollenden Kritiken erfreuten Nickel. „Viele Rezensionen waren auch erfreulich fantasievoll: Manche Rezensenten sprachen von ,Hysteria’ als einem spannenden Öko-Thriller, andere stellten die Liebesgeschichte in den Vordergrund, wieder andere befassten sich vor allem mit der Symbolik und Motivik meines Romans. Es war mir wichtig, die Romanhandlung in ein 24-Stunden-Fenster einzupassen, wobei sich für die Hauptperson Bergheim die zeitlichen Grenzen immer wieder verschieben“, sagt der Autor. Mit dem einfachen wie spektakulären Satz „Mit den Himbeeren stimmte etwas nicht“ beginnt der Roman sowie das Dilemma des Protagonisten Bergheim. Vom Biomarkt bis zum hoch technisierten „Kulinarischen Institut“ führt den Wissbegierigen sein Weg. Abgründe tun sich auf und Ungeheuerliches präsentiert sich dem, der die Augen offen hält. Bergheim begegnet auf seiner Suche seiner großen Liebe Charlotte wieder, sodass neben all der detektivischen Aufklärungsarbeit auch die emotionale Ebene nicht zu kurz kommt.

Während Nickel an seinem Debütroman arbeitete, fasste er den Entschluss, ein „Triptychon des modernen Lebens“ darzustellen: Den Band vom Schönen habe er jetzt mit „Hysteria“ publiziert, im nächsten Buch, das steht bereits fest, wird es ums Reisen gehen, im dritten Band der Trilogie soll es dann im weitesten Sinne um Freizeit im wahrsten Wortsinne gehen.

Der 1966 in Frankfurt geborene Literaturwissenschaftler und Kunsthistoriker Eckhart Nickel schrieb des Weiteren Reisereportagen sowie Erzählungen und gab in Kathmandu zusammen mit Christian Kracht die Kulturzeitschrift „Der Freund“ heraus.

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