Von Bausparverträgen und Betonschuhen

Roberto Capitoni zündet Gag-Feuerwerk

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Humor mit Biss: Roberto Capitoni strapaziert in der Nikolauskapelle die Lachmuskeln.

Bergen-Enkheim (zko) – Der Auftritt von Roberto Capitoni in der Nikolauskapelle war ein besonders humorvolles Erlebnis.

Der Comedian, der seit 2010 alle drei Jahre im Stadtteil zu Gast ist, begeisterte das Publikum mit seinem neuen Programm „Italiener schlafen nackt – Manchmal auch in Socken!“. Halb deutscher Schwabe, halb Italiener: zwei Seelen trägt Capitoni in sich und darüber hinaus irrwitzig zur Schau. Allein die Beschreibung, wie er sich weigerte, zur Welt zu kommen und nach schwäbischer Art mit einem Bausparvertrag herausgelockt wurde, provozierte heftige Lachsalven seitens der Gäste. Dass er aufgrund seiner vielen Vornamen bereits im Taufbecken sein Seepferdchenabzeichen machte und mit schwäbischer Tomatensuppe – heißes Wasser auf rotem Teller – groß wurde, verriet er ebenso wie die Tatsache, dass seine werte Gemahlin jedem Werbespot aufsäße und daher Duschgel für Jahre im Voraus ins Haus bringe.

Auch der berüchtigte Thermomix, der den Ehemännern inzwischen zur ernsthaften Konkurrenz geworden ist, war Thema des Abends und dass man gegen diesen „Held des Alltags“ keinerlei Chancen hat. Nicht einmal, wenn man seiner Frau die Apparaturen aus „Fifty Shades of Grey“ nachbaut, denn die stellt sie unverzüglich als Klettergerüst in den Garten. Und auch die Frage, warum Italiener nackt schlafen wurde natürlich beantwortet: Weil ihr Blut schneller zirkuliert!

Aufgrund des voranschreitenden Alters seien heutzutage mehr Arztbesuche nötig, was dazu führe, dass man mit einer Feigwarze käme und mit einer Lungenembolie gehe, versicherte der Comedian. Die kuriosen Erlebnisse im Fitnessstudio seien ebenfalls nicht so prickelnd, dass man motiviert sei, wieder hinzugehen. Der Versuch, graue Ohrhaare, die mit dem Älterwerden sprießen, selbst abzubrennen, sei gründlich schiefgegangen. „Vier Wochen lang habe ich ausgesehen wie Niki Lauda“, witzelte der Humorist. Aber alles sei besser, wie Wolfgang Joop herumzulaufen, der ganz sicher aus der Ausstellung „Körperwelten“ ausgebrochen sei.

Capitonis Onkel Luigi aus Palermo spielt in jedem Programm eine wichtige und gewichtige Rolle. Er ist stets mit praktischen Lebenstipps zur Stelle, wenn nicht gerade damit beschäftigt, speziellen Freunden Betonschuhe anzupassen. Eben jener Onkel Luigi habe Capitoni den klugen Rat gegeben, dass das Wichtigste sei, Zeit mit Menschen zu verbringen, die einem wichtiger seien als man selbst. Und tatsächlich machte sich bei den Besuchern der Eindruck breit, dass Roberto Capitoni genau das an diesem Abend getan hatte.

Im Foyer signierte der Künstler nach der Veranstaltung sein Buch und Hörbuch und verschenkte dazu Socken in italienischen Nationalfarben.

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