Reise durch „Mainhattan“

Stadtkapelle begeistert mit Frühjahrskonzert

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Der Dirigent der Stadtkapelle in Aktion: Sebastian Muhl gibt den Takt zu „Sir Duke” an.

Bergen-Enkheim (zbs) – Es war das bis jetzt größte Konzert, das Sebastian Muhl mit der Stadtkapelle Bergen-Enkheim spielte. Das merkte man ihm allerdings nicht an. Dirigent Muhl und Orchester bildeten zusammen eine kongeniale Einheit.

Im Inventar hatte die Blaskapelle dieses Mal mehrheitlich Jazz, aber auch Rock’n’Roll und Schlager waren dabei und das eine oder andere Solo. Die Gäste, die die Stuhlreihen im Volkshaus füllten, freuten sich besonders über die „neue Dynamik”, die seit einem Jahr in die Stadtkapelle Einzug gehalten habe. Zur Zeit gebe es viele Blaskapellen, die ganz langsam kleiner und älter würden und sich irgendwann unbemerkt im Stillen auflösen würden. Und dann gibt es noch solche, die dem Trend widerstehen und sich zu großen, professionellen Orchestern entwickeln. Letzteres habe Sebastian Muhl mit der Stadtkapelle vor – so hieß es in der Broschüre, die auf jedem Stuhl im Volkshaus ausgeteilt war. Auf der Rückseite war ein Mitgliedsantragformular aufgedruckt. Der Verein ist auf Wachstum aus. Und das vor allem im Bereich Nachwuchs. „Will man als Orchester heutzutage bestehen bleiben, muss man konsequent den Nachwuchs fördern.”, sagte Muhl. Die Stadtkapelle habe das Glück, die Riedschule mit ihren Musikklassen im Viertel zu haben, das müsse man nutzen, sagte der Dirigent.

Und der Nachwuchs war es dann auch, der die Ehre hatte, das Konzert zu eröffnen, denn die erste halbe Stunde spielen jüngere Musiker unter Leitung von Oliver Eibl, der damit seine neue Aufgabe als Jugendwart wahrnimmt. Das Programm kündigte einen selbst zusammengestellten Mix von Songs der Gruppe Queen an, unter anderem „Another One Bites the Dust”, „Don’t Stop Me Now” und „We Will Rock You” – zu Letzterem klatschten die Anwesenden eifrig mit.

Das volle Ensemble spielte danach noch einmal mindestens doppelt so lange, mit Oliver Eibl als bewährtem Zwischenmoderator. Er freute sich, dem Publikum gleich zu Anfang sagen zu dürfen, dass beim Frühjahrskonzert einige Besonderheiten dabei seien. Da sei zum einen die erhöhte Anzahl an Solisten – darunter drei Saxofone, die den Saal mit träumerischen Melodien erfüllten. Bei kräftigen Melodien, wie bei Stevie Wonders „Sir Duke”, zeigte wieder jeder Musikant sein Können.

Zum anderen wurden langjährige Mitglieder geehrt. Der in Enkheim aufgewachsene Robert Westenberger war einer davon. Er ist seit sage und schreibe 65 Jahren Mitglied im Verein. Zur Feier dieses Jubiläums waren auch Ehrengäste da, wie Bergen-Enkheims Ortsvorsteherin Renate Müller-Friese, zahlreiche Stadtverordnete und Gabriele Schwaab von der eng mit der Stadtkapelle verknüpften Stiftung Bärenherz.

Das neue Repertoire der Stadtkapelle, viel Jazz und Swing, die Soli und die Jugendarbeit – all das deutet auf Veränderung hin. Die Stadtkapelle will „ab jetzt mehr Leute abholen”, sagte Muhl. Sogar dem Frankfurter Bahnhofsviertel hatte das Ensemble einen Song gewidmet. „Die bizarren und schrägen Klänge des Stücks ,Midnight in Frankfurt’ erinnern an Zuhause”, sagte Eibl lachend.

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