Ortsbeirat beschäftigt sich mit Straßenverkehrsthemen in Bergen-Enkheim

Parkplatzärger und Farbenfreude

Der Antrag zur Verlegung der Busaltestelle des 42ers von der Victor-Slotosch-Straße in die Röntgenstraße wurde angenommen. Foto: jf

Bergen-Enkheim (jf) – Zur ersten Sitzung des Ortsbeirats 16 im neuen Jahr lag eine Vielzahl von Anträgen vor. Doch den Auftakt machte wie immer die allgemeine Bürgerfragestunde.

Dort fand der Vorschlag eines Bürgers, ein „Respekt!“-Schild, wie es am Frankfurter Römer hängt, auch an öffentlichen Einrichtungen in Bergen-Enkheim anzubringen, Anklang. „Wir sind uns einig und werden darüber nachdenken“, versprach Ortsvorsteherin Renate Müller-Friese (CDU).

Aus den Reihen des Publikums beklagte sich Beatrix Müller-Mamerow über die Kennzeichnung von Privatparkplätzen auf öffentlichem Gelände. Die Ortsvorsteherin will den Sachverhalt prüfen lassen und bekräftigte: „Öffentliche Parkplätze bleiben öffentlich.“ Michael Steigerwald aus dem Vorstand der SPD-Ortsvereins Bergen-Enkheim kritisierte in diesem Zusammenhang das Vorgehen des Hotels „Schöne Aussicht“, das Parkplätze im öffentlichen Straßenraum zu „Hotelparkplätzen“ umgewandelt hätte. Steigerwald monierte zudem die Raser auf dem Nordring. In den frühen Morgenstunden achte dort niemand auf Tempo 30.

Margit Janz wandte sich ebenfalls mit einem Anliegen an das Gremium. Sie bemängelte, dass es Senioren schwer hätten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Lohrberg zu kommen. Die Ortsvorsteherin stimmte der Bürgerin da zu und bedauerte, dass der Magistrat einen Antrag des benachbarten Ortsbeirats 11, den „Lohrbergbus“ als Ringbuslinie einzusetzen, abgelehnt habe.

Eine andere Bürgerin beklagte sich darüber, dass Ratten im Enkheimer Kanalsystem zweimal hintereinander die Dichtungen von Rückstauklappen abgefressen hätten. „Wir sollten uns mit dem Ratten-Thema auseinandersetzen“, meinte Müller-Friese dazu. Eberhard Schwarz (SPD) verwies auf die Ursache, nämlich, dass zu viele Essensreste in den Toiletten landen. „Das freut die Ratten und lockt sie an.“ Schriftführer Peter Ließmann fügte hinzu, dass dieses Ärgernis vor Monaten bereits der Stadt gemeldet worden sei. Zudem gebe es einen Ansprechpartner beim Ordnungsamt, der unter Z 069 21233644 informiert werden kann.

Nach der Bürgerfragestunde stellten sich die Künstlerinnen Michaela Heidlas-May und Nicole Wächtler mit ihrem Projekt „Bespiel- und besitzbare Stadt“ vor. Die Betonobjekte, die als Spiel- und Sitzgelegenheit aufgestellt wurden, erregten zunächst Misstrauen. Nachdem aber die ersten Farben aufgetragen waren, änderte sich die Meinung. „Wir hörten viele freundliche Worte“, berichtete Wächtler. Noch ist das Projekt nicht abgeschlossen. Einige Kübel sollen bepflanzt werden. Am 31. März wird das Kunstprojekt offiziell eröffnet und der Öffentlichkeit übergeben.

Renate Müller-Friese informierte zudem über eine gute Vereinbarung mit der FES: Das Entsorgungsunternehmen konnte die Amaliestraße aufgrund einer Baustelle und geparkter Autos nicht anfahren. Dies werde nun in einer „Handleerung“ aufwendig nachgeholt.

Des Weiteren teilte die Ortsvorsteherin mit, dass sich Vertreter der Ortsbeiräte 4 (Bornheim, Ostend), 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach) und 16 treffen und gemeinsam nach Lösungen im öffentlichen Nahverkehr suchen wollen.

In Sachen abgebauter Pumptrack-Bahn auf dem Berger Marktplatz will der Ortsbeirat nachhaken. „Wir wollen die Bahn wiederhaben und auch einen Fitness-Parcours für Erwachsene“, unterstrich Müller-Friese. Ein möglicher Platz dafür könnte in der Nähe der Sportanlage des TV Bergen-Enkheim in Bergen sein. In Enkheim hingegen gestalte sich die Suche nach einem geeigneten Ort schwierig. Zwölf Stellen seien begutachtet worden und alle hätten sich als unbrauchbar herausgestellt.

Die Anträge der Fraktionen zur Verstärkung der Verkehrsüberwachung, zur Aufforstung des Enkheimer Waldes, zur Verlegung der Endhaltestelle der Buslinie 42 von der Victor-Slotosch-Straße in die Querverbindung Röntgenstraße sowie zur Einrichtung von Kurzzeitparkplätzen an Markttagen auf dem Schelmenburgplatz wurden von dem Gremium angenommen. Der Schelmenburgplatz wird ab September 2021 saniert – nach der Aufführung des Schelmenspiels.

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