In der Reihe „neun x neu“ gastierte Felix Ponizy in der Laurentiuskirche

Orgelklänge gegen Herbsttrübsinn

Felix Ponitzy an der Woehl-Orgel. Foto: Faure

Bergen-Enkheim (jf) – „Schön, dass Sie bei Regen und trotz der Herbstferien in die Laurentiuskirche gefunden haben“, begrüßte Wolfgang Runkel die Freunde der Orgelmusik.

Den Gastorganisten Felix Ponizy lernte Runkel während des Studiums an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt kennen. Ponizy studierte zudem in Wien, ist Dozent an der Kirchenmusikalischen Fortbildungsstätte Schlüchtern und Regionalkantor an der Basilika Seligenstadt.

Beide Musiker wohnen außerdem im gleichen Ort: „In Gelnhausen gibt es eine hohe Dichte an Organisten“, fügte Runkel hinzu.

Das Konzert begann mit der „Toccata d-Moll“ von Max Reger (1873 bis 1916). Ergreifend und raumfüllend ließ die Musik den grauen Regennachmittag schnell vergessen. Nach einer abschwellenden, dunklen Passage setzte die Schlusspassage ein prächtiges Ausrufezeichen.

Zwei Improvisationen von Felix Ponitzy über „Vater unser im Himmelreich“ und „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ folgten.

Anschließend stand die „Offertoire“ aus der „Messe pour les paroisses“ von François Couperin (1668 bis 1733) auf dem Programm. Die „Triosonate Es-Dur“ von Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) erklang als fünftes Stück des Konzerts. Darauf folgte César Francks (1822 bis 1890) „Choral Nr. II“ in h-Moll, der weihevoll und eher zurückgenommen begann und sich allmählich steigerte und furios endete.

Den glanzvollen Höhepunkt des Konzerts gestaltete Felix Ponitzy mit Johann Sebastian Bachs „Toccata und Fuge d-Moll“, die an diesem frühen Abend zum ersten Mal in der Laurentiuskirche erklang. Das wohl bekannteste Werk des Komponisten, das er im Alter von 20 Jahren geschrieben hatte, war in der Interpretation von Ponitzy ein überwältigendes musikalisches Erlebnis, dass die Zuhörer glücklich und dankbar zurückließ. Der lang anhaltende Beifall unterstrich das.

Auch der Organist selbst war anschließend noch ganz erfüllt von dieser wunderbaren Musik. „Die Woehl-Orgel ist ein fantastisches Instrument mit atemberaubenden Klangfarben“, würdigte Ponitzy, dessen Lieblingskomponist bei den alten Meistern Johann Sebastian Bach ist. Olivier Messiaen (1908 bis 1992) schätzt Ponitzy unter den zeitgenössischen Komponisten.

Am Sonntag, 19. Oktober, heißt es um 10.30 Uhr „Schön klingt’s: Die Laurentiusorgel“. Kantor Wolfgang Runkel führt das Instrument vor, das seit 2012 die 300 Jahre alte Kirche bereichert.

Am Samstag, 9. November, und am Sonntag, 10. November, ist das Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy in einer neu instrumentierten Uraufführung für Soli, Chor, Kammerorchester und Orgel zu hören.

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